Hrn, Dr, Arnold Enge
. Verehrter Freund und Meister!
Gerne hätte ich mit Deinem Namen etwas Be-trächtlicheres geschmückt, als die kleine Sammlung derhier aufgespiessten Eintagsfliegen. Aber meine Federist nun einmal leider nicht aus dem Holz geschnitzt,auf welchem die wohlbeleibten Bände wachsen. Michbesitzt, zu meiner Schande oder Ehre, die schnell le-bende Gegenwart. Mit raschem Eifer die Erscheinungjedes Tages in sich aufnehmen, im selben Tempo denempfangenen Eindruck wiedergeben, und alsobald aucherleben wollen, wie das Selbstgedachte und Selbstem-pfundene auf Andere wirkt; diesen dreifachen Kreislaufstets mit neuer Lust durcheilen; seinen Gewinn mehrim schnellen Umschlag als in der soliden Anhäufungdes Kapitals erjagen; für das thätige, sichtbare Ein-greifen in den Augenblick verzichten auf den edlerenLohn geduldigen Forschens und Schaffens; am Mor-gen säen, am Mittag ernten, am Abend backen; allesLieben und alles Hassen heiss vom Ofen weg auftischenund — Dank all dem — in jeder Minute inne werden,