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einfach das Sonderinteresse der kleinen Parteigruppengetreten, welche jetzt in Bayern und Württemberg dasgrosse Wort führen und welche nur innerhalb ihrerheimischen Schranken sich zu erhalten hohen können.Um diesen letzten Zweck zu beschönigen, muss dasbekannte Kunststück herhalten: Alles oder nichts!Ganz Deutschland bis an das letzte bömische Dorfoder — wir bleiben gut bayerisch und gut württein-bergisch. Auf solche Conditionen hin laufen sie aller-dings keine Gefahr, vorerst beim Worte genommenzu werden. Man wundert sich oft darüber, dass inden vier süddeutschen Staaten Radikale und Ultramon-tane so einig Zusammengehen und legt ihnen die Coali-tion als Unaufrichtigkeit aus. Doch thut man ihnendamit Unrecht. Der bayerische Schwarze und der schwä-bische Rothe, der bayerische Royalist und der schwä-bische Republikaner, beide sind ein und derselbe Menschnur in verschiedener Maskerade; nämlich der deutsche Philister, desto seliger, je kleiner die Verhältnisse;ohne politisches Bedürfniss, innerlich abgeschlossen undwiderwillig gegen alles, was über seine vier Pfähle hin-aus geht, glücklich und überglücklich im heimischenGezanke, dessen höchste Lust ehedem landschaft-liche und theologische Klopffechterei war und dessenFührerschaft und Zuschnitt bis auf diesen Tag bäue-risch und pfäffisch geblieben sind. Nur der äussere