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Vertrauliche Briefe aus dem Zollparlament : <1868 - 1869 - 1870> / Ludwig Bamberger
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etwas zur Dauer Bestimmtes angesehen, besonders vomAuslande, welches bekanntlich auf unsere inneren Ange-legenheiten seinen Einfluss nicht verloren hat. Aberwenn wir äusserlich so wenig voran gekommen sind,dass man nicht ohne Fug sagen möchte, wir seien zu-rück gegangen, so ist die innerliche Entwickelung derZustände sichtbar vorangereift. Die leitende PolitikNorddeutschlands hat für gut befunden, den Süden vor-erst sich selbst zu überlassen. Ihre Beweggründe, ihreguten wie ihre schlechten, sind bekannt. Aber dasist jedenfalls erreicht, dass die Sinn- und Zukunftslo-sigkeit der süddeutschen Sonderbündler sich in ihrerganzen Blosse preisgegeben. Unbehindert, ja aufgefor-dert, zu zeigen, was sie wollen und was sie vermögen,haben sie bewährt, dass sie nichts wollen, und nichtsvermögen, aber auch gar nichts: als die bösen Triebe, wel-che Deutschlands staatlichen Beruf seit Jahrhundertenzurück hielten, in bunten Reihen zu entfesseln, spiess-bürgerliche Trutzköpfigkeit, Krakehlsucht und Planlo-sigkeit. Nicht ein Schritt, nicht ein Entwurf, nichtein Gedanke, dem sich entnehmen Hesse, wie sie sichihre politische Existenz im Verhältnisse zum Vaterlandezu gestalten vermeinten: dagegen in allen StückenVerkettung mit Bundesgenossen, die unter ihren Augensich zum Untergange bereiten. Wie doch heissen ihreStützpunkte? Oesterreich, Rom, die europäische Revo-