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eintreten könnte. Aber so lange er den Eintritt Badensvon sich weist, kann es ihm auch mit dem von Hessen nicht rechter Ernst sein; denn wie vermöchte er sichdarüber zu täuschen, dass nach Hessens Aufnahme dasschon jetzt kaum aufhaltbare Andringen von Baden ganzunwiderstehlich werden müsste? Und darum hat mitRecht die deutsche Nationalpartei an die Spitze ihresProgramms gesetzt: dass jedem südlichen Staat ohneRücksicht auf seine Nebenländer das Recht zuerkanntwerde, in den Bund einzutreten. Der Bundeskanzlerliebt es in Gleichnissen zu reden, die überhaupt be-kanntlich wenig beweisen, aber auch im besondern Fallnicht immer passen. So das Bild von dem süd-deutschen Milchtopf, welchen der Norddeutsche Bund nichtabrahmen möge. Aber mir will scheinen: grade dieserBrauch empfehle sich hier. Je werthioser das Zurück-bleibende für sich ist, destoweniger hat es Ursacheauf eigene Faust weiter zu existiren. Jetzt sind dievier Staaten, Hessen, Baden , Würtemberg, Baiern, nochEtwas, sie stellen für unsre Gegner diesseits und jen-seits der Grenze noch den Schatten eines Gesammtbe-griffs vor unter dem Namen „Süddeutschland “ mit derwenn auch noch so nebelhaften Möglichkeit eines „Süd-bundes.“ Man entziehe ihnen Hessen und Baden, undsie bleiben nichts mehr als zwei Kleinstaaten, die weder
sich zu einem Ganzen zu vereinigen, noch in ihrer Selbst-
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