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In der Hoffnung, daß eine solche Wendung eintreten möchte, em-pfahl die Kommission die vorläufige Annahme einer Doppelwährung mitder Modifikation, daß die Silberprägung nötigenfalls beschränkt odergänzlich gesperrt werden könne.
Die Regierung ließ sich Anfang 1873 zunächst zur Einstellung derSilberprägung ermächtigen, aber nur bis Ende des Jahres 1874, undohne die Prägung von Goldmünzen in Vorschlag zu briugen.
Als im Jahre 1874 noch keine endgültige Lösung gefunden war,ließ sie ihre Befugnis zur Sperrung der Silberprägung um zwei Jahreverlängern.
Als Deutschland sich definitiv für die Goldwährung entschieden hatte,wurde abermals eine Münzkommission eingesetzt^.
Ihrem Rat folgend schlug die Regierung die Ausprägung vongoldenen Zehnguldenstücken und die Demonetisierung des Silbers vor.Das Gesetz wurde am 2. März 1874 abgelehnt ^, hauptsächlich, damit nichtdie Währungsgleichheit mit den Kolonien zerstört werde. An eine Ein-führung der Goldwährung auch iu deu Kolonien dachte damals niemand.
Da die Negierung von ihrem Recht, die Silberprägung einzustellen,Gebrauch machte, ohne daß Goldmünzen existierten, geriet das nieder-ländische Geldwesen in dieselbe Verfassung, wie im Jahre 1871 das deutsche ,später das österreichische und indische. Es war die Möglichkeit geschaffen,daß sich der Wert des niederländischen Silbergeldes beliebig über seinenSilberwert erheben konnte, ohne daß seinem Steigen durch die freiePrägung von Goldgeld eine Grenze gezogen war.
Die günstige Zahlungsbilanz, welcher sich die Niederlande erfreuten,bewirkte in der That, daß, während der Wert des Silbers im Verhältniszum Golde sank, der Wert des gemünzten holländischen Silbergeldesgegenüber dem Werte des Geldes der Goldwährungsländer erheblichstieg. Während der Silberpreis in London allmählich bis auf 57V2 äherabging, fank der Kurs des Wechsels auf London von 12 Gulden für1 F auf 11,6 Gulden. Das bedeutete, daß sich der Geldwert der hollän-dischen Silbergulden um etwa 9 Prozent höher stellte als ihr Silberwert.
Der niederländische Handel empfand diese Veränderungen der aus-