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daß mau an die Interpellation keine weitere Diskussion anknüpfe. Mitanderen Worten: Bismarck verlangte vom Reichstag die Bestätigung, daßwirklich die Juterpellauten erst künstlich die Zweifel geschaffen hätten,ans Grnnd welcher sie an ihn ihre Anfrage richteten.
Wenu die dadurch für die Juterpellanteu geschaffene Notwendigkeit,auf der Besprechung der Interpellation zu bestehen, noch verschärft werdenkonnte, so geschah das, indem Bismarck für den Reichsbankpräsidentenum das Wort bat, damit dieser die Thatsachen vortrage, welche für dieEinstellung der Silberverkäufe bestimmend gewesen seien,
v. Dechend machte Mitteilungen über die bisherigen Verlnste an denSilberverkäufen, welche sich — abzüglich der Verluste durch den Minder-gehalt der eiugeschmolzeueu Müuzeu — auf 72 Millioueu Mark stellte».
Die Summe der noch vorhandenen Thaler berechnete er auf etwa476 Millionen Mark, die höchste bis dahin aufgestellte Schätzung. Beideren Abstoßuug seieu beim Preis der letzten fünf Monate weitere90 - 100 Millionen Mark Verluste zu gewärtigen. Diese Zahlen hättenihn sehr erschreckt.
Dann begründete er die Einstellung der Silberverkäufe durch dieRücksicht auf den Silbermarkt, behauptete, die „Fachleute fast aller Län-der" machten nns zum Vorwnrs, daß hauptsächlich unser Silber an demFall der Silberpreise schuld sei, und daß, wenn wir nicht fort und fortungeheuere Summen Silber auf den Markt brächten, die Silberpreiseschon längst wieder die frühere Höhe erreicht haben würden. Es müssesich jetzt zeigen, ob das richtig sei.
„Sie würden der ganzen Welt," so schloß er, „dadurch eiuen sehrwesentlichen Dienst leisten, wenn Sie den Markt von der Angst vor demdeutschen Silber bleibend befreiten und überhaupt kein Silber weiter ver-kaufen ließen. Wir leiden unter den Thalern, die noch in Kurs sind, inkeiner Weise, und ich bin überzeugt, daß selbst die Süddeutschen sie sichmit Vergnügen noch einige Jahre gefallen lassen würden, wenn sie erfahren,daß dadurch eine erhebliche Ausgabe dem Reich erspart wird. Das Aus-land wird uns dafür fegnen, wenn wir den Alp, der nun schon seitlänger als sechs Jahren auf allen Verhältnissen lastet, bleibend von ihmnehmen."
Als die Diskussion über die Interpellation beschlossen war, erhieltBamberger das Wort.
Er setzte zunächst die Vorgeschichte der Interpellation auseinander undwies nach, wie er persönlich alles gethan, um eine Diskussion im Reichstag