Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Edelmetalle und das Wertverhältnis zwischen Gold und Silber gestaltetensich folgendermaßen:

18111820 Prodnktionsanteil des Goldes 2,1 °,o, Wertverhältnis 15,51:118211830 - - - 3,0 °/o, - 15,80:1

18311840 - - - 3,3 °/o, - 15,75:1

18411850 - - - 6,6 °/o, - 15,83:1

Wir haben also bei relativ steigender Goldvroduktion einen relativsteigenden Goldwert. Die Produktionsverhältnisse, welche an sich einensinkenden Goldwert hätten herbeiführen müssen, können also nicht dieUrsache der Steigerung des Goldwertes über das französische Wertver-hältnis gewesen sein.

Wer aus die Wirkung der Münzgesetze den Schwerpunkt legt, wirddaran erinnern, daß nicht nur in Frankreich , sondern auch in den Ner-einigtenStaaten von Amerika ein bimetallistisches System bestand.

Der amerikanische Bimetallismus beruhte von 17921834 auf derRelation 15:1, von 1834 au auf der Relation 16:1.

Vor 1834 müßte also der amerikanische Bimetallismus, soweit ermit dem französischen in Konkurrenz trat, ein Herabgehen des Gold-wertes unter die französische Relation bewirkt haben. Ermußte die Tendenz haben, das Wertverhältnis auf 15:1 herabzudrücken.Aber weit entfernt diese Wirkung zu äußern, hat der amerikanische Bi-metallismus, der für das Gold uoch ungünstiger war als der französischenicht einmal ein Steigen des Goldwertes über die Relation des fran-zösischen Münzgesetzes verhindern können, ein doppelter Beweis für dieUnabhängigkeit des Wertverhältnisses im freien Verkehr von der gesetz-lichen Tarifiernng geprägter Münzen.

Erst vom Jahre 1834 ab konnte der amerikanische Bimetallismusdie Tendenz haben, ein Steigen des Goldwertes über die fran-zösische Parität herbeizuführen. Aber das Wertverhältnis war indem Jahrzehnt 1841 1850 für das Gold nur um einen ganz geringenBruchteil günstiger, als im Jahrzehnt 18211830 (vor Einführuug derneuen amerikanischen Relation).

Die Entwickelung des Wertverhältnisses entgegen den Produktions-verhältnissen und entgegen den Tendenzen des französischen und desamerikanischen bimetallistischen Systems läßt sich also nur durch eineZunahme des Bedürfnisses nach Goldgeld und der Verwendung von Gold-geld erklären.