— 43 —
Auf den ersten Blick könnte es mm scheinen, als ob eine Zunahmedes Gebrauchs von Goldgeld ohne eine Änderung der Münzgesetze inwichtigen Staaten ausgeschlossen gewesen sei. Eine solche Änderung waraber einzig und allein die Normierung der amerikanischen Relation von15 : 1 auf 16 : 1, welche erst von 1834 ab wirken konnte.
Man darf jedoch ein weites Feld nicht übersehen, welches in mone-tärer Beziehung dem Einfluß der Münzgesetzgebung verhältnismäßig ent-rückt ist, das Feld des internationalen Verkehrs. Unzweifelhafthat mit dem Wachsen der Handelsbeziehungen Englands im Weltverkehreine fortschreitende Zunahme des Goldgebrauchs und eine Verdrängungdes Silbers stattgesunden. Der Sovereign trat in großem Umfangean die Stelle des spanischen Silberpiasters.
Die amerikanische Münzgesetzgebung ferner, welche die Relationvon 15 : 1 auf 16:1 änderte, war ihrerseits gleichfalls der Allsdruckeines wachsenden Bedürfnisses nach Goldgeld. Seine Förderer verfolgtenden Zweck, an Stelle der bisherigen Silberzirkulation einen überwiegendenGolduinlauf oder mindestens einen Goldumlauf neben dem Silberumlaufherbeizuführen ^.
Und dieser Zweck wurde vollkommen erreicht. Binnen kurzer Zeithatteil die Vereinigten Staaten eine ausschließliche Goldzirkulation.
Der amerikanische Goldbedarf, der nicht, wie man, bimetallistisch ge-dacht, sagen müßte, dnrch die Änderung der Münzgesetzgebung geschaffenworden ist, sondern, der vielmehr seinerseits die Änderung der Münz-gesetzgebung geschaffen hat, um seine Befriedigung zu ermöglichen,trug zweifellos wesentlich dazu bei, den Goldwert, trotz der im Verhältniszur Silbervroduktion sortgesetzt steigenden Goldproduktion, bis zum Jahre1850 auf seiner Höhe zu halten, ja ihn noch um ein geringes weitersteigen zu lassen. —
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts trat jene gewaltige Verschiebungin der Edelmetall-Gewinnung ein, die alles bisher dagewesene weit hintersich ließ: die Entdeckung der uugemein reichen kalifornischen und austra-lischen Goldfelder, deren Ausbeute die Goldproduktion märchenhafte Di-mensionen annehmen ließ.
In den zwanzig Jahren von 1851—1870 wurden 3.856.000 Gold