Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Der Feingehalt der Kurantmünzen war um ca. 0,22 °/o größer alsderjenige der Münzen des 30-Thalerfußes. Die Scheidemünzen wurdennach 1838 allgemein nach einem 16-Thalerfuß geprägt.

Das Korn des Doppelthalers war ^/io,

- Einthalerstückes (mit Ausnahme der vor 1842

geprägten hannöverschen Stücke von 15 Lot 16 Gr. Feinheit),

- Drittelthalerstückes -/s,

- Sechstelthalerstückes ^/ts.

Erläuterungen.

Eine ausführliche Erläuterung zu diesen Übersichten müßte eine Ge-schichte des deutschen Münzwesens von den Neichsmünzordnungen des16. Jahrhunderts ab werden.

Wir beschränken uns deshalb auf das notwendigste.

Der Reichstagsabschied zu Augsburg von 1566 schuf eine grobe Silber-münze von Mark Feinsilber. Ans diesen: Münzstück haben sich die wich-tigsten der zur Zeit der Münzreform umlaufenden Münzstücke entwickelt.

Derreichskonstitutionsmäßige Thaler" wurde allmählich in seinemFeingehalt verringert. In verschiedenen Perioden haben sich einzelneMünzsysteme von seinen weiteren Schicksalen losgelöst uud so in sich denEntwickelungsstand dieser Perioden bewahrt.

Als das älteste der zur Zeit der Münzreform im deutschen Umlaufnoch vertretenen Systeme erscheint die Lübische Markwährung (Über-sicht v IV). Diesem System liegt einSpeciesthaler " von ^ MarkFeingehalt zu Grunde, welcher dem Mark seinen alten Reichsthalersehr nahe kommt.

Dem Lübischen System am nächsten kommt das Schleswig-Hol-steinische System (Übersicht O V) mit einem Speciesthaler von ^ MarkFeingehalt.

Dieses System hatte auch außerhalb der Grenzen Deutschlands eineweite Verbreitung. Der Speciesthaler von ^Mark fein lag bis 1872

den Münzsystemen Schwedens, Normegens und Dänemarks zu Grunde.

Ferner war die Hamburger Bankowährnng auf diesem Speciesthaleraufgeballt. Der dritte Teil dieses Speciesthalers hatte einen Feingehaltvon Mark fein, war also gleich dem Quantum Silber, welches dieMark-Banko darstellte.