Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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thaler kam so auf den Wert von 1^/2 Thaler. Dadurch wurde derschleswig-holsteinische Speciesthalerfuß aus einem 9V»-Thalerfuß ein9i/->-Thalerfnß.

Der schleswig-holsteinische Speciesthaler und Schilling wurden durchdiese Verknüpfung mit dem I4-Thalerfuß gleichzeitig identisch mit dengleichnamigen Stücken Lübischer Prägung.

Wie sehr die Münzen dieser beiden Systeme durch die Annahme desThalers zu 40 Schilling unterwertet wurden, zeigt sich daran, daß dieschleswig -holsteinischm Münzen, als sie im Verlauf der Müuzreform ein-geschmolzen und affiniert wurden, ein größeres Schmelzergelmis lieferten,als ihrem Nennwert entsprach.

Bei den Münzen der kubischen Währung dagegen war ein Ausfallgegen das normale zu verzeichnen, obwohl der lübische Münzfuß ur-sprünglich schwerer war als der schleswig-holsteinische. Die Ursache wardie stärkere Abnutzung dieser Münzen.

Ähnlich wie die lübischen und schleswig -holsteinischm Münzen derThalerwährung angegliedert wurden, gingen die Kronenthaler und dieMünzen des Konventionsfußes im süddeutschen Guldensuß auf. Dabeiwurden die Konventionsmünzen ähnlich unterwertet wie die lübischen undschleswig -holsteinischm Stücke, Sie behielten nämlich, auch nachdem der241/2-Guldensuß offiziell eingeführt worden war, ihren alten, dem 24-Guldenfuß entsprechenden Nennwert von I Gulden 12 Krenzer pro Kon-ventions-Gulden. Das war eine Unterwertung um etwas über 2 Prozent.

Dadurch erklärt es sich, daß auch die Konventionsmünzm bei ihrerEinschmelzung einen Ertrag von mehr als 1 Pfund Feinsilber auf einenNennwert von 52 V2 Gulden ergaben.

Über die deutschen Landesgoldmünzen ist wenig zu sagen.

Zwei Typen herrschten unbedingt vor: der Dukat und die Pistole,letztere als Friedrichsdor, Augustdor:c.

Beide Münzen hatten einen internationalen Charakter. Der Dukat kam aus Italien, die Pistole kam aus Spanien über Frankreich alsLouisdor nach Deutschland .

Der Dukat wurde in der dritten Reichsmünzordnung von 1559als Reichsmünze anerkannt und sein Feingehalt auf V«?^,, Mark Goldfestgesetzt. Die einzelnen deutschen Staaten prägten den Dukaten mitkleinen Verschiedenheiten im Feingehalt aus.