Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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schweig und Hannover zusammen, im Werte von 87.i-i26.v00 Thaler, istetwas stärker als die Goldausmünzung Preußens mit 86.199.000 Thalerund beträgt 48,64 °/o der gesamten nachgewiesenen Goldpräguug Deutsch-lands im Werte von 179.545.000 Thaler.

Dieses Verhältnis erklärt sich dadurch, daß in Braunschweig undHannover am läugsten eine Art Parallelwährung bestand, und daß sichdie Sitte, in Gold zu zahlen, für einzelne Geschäftszweige :c. hieram längsten erhalten hat-

II. Silbermünzen.

Bei den meisten Staaten beginnen die Nachweisungen erst in den30er und 40er Jahren dieses Jahrhunderts, gleichzeitig mit ihrem Übergangzur Thalerwährung; in Preußen beginnen sie mit dem Jahre 1764, undin den süddeutschen Staaten hinsichtlich der Kronenthaler und Konventions-münzen in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts.

Die Silberkurant-Ausmünzungen der kleineren Staaten der Thaler-währung sind überaus spärlich. Eine Reihe dieser Kleinstaaten prägteüberhaupt nur diejenigen Sorten, zu deren Prägung als Vereinsmünzensie durch die diesbezügliche Bestimmung des Dresdener und des WienerMünzvertrages verpflichtet waren, nämlich vor 1857 Doppelthalerstücke,nach 1870 Einthalerstücke.

Dagegen findet sich außer Lübeck kein Staat, welcher nicht von demRecht der Scheidemünzpräguug Gebrauch gemacht hat.

Besonders zu beachten ist die Tabelle auf S. 89. Sie zeigt, inwelchem Maße nach dem Wiener Münzvertrag bei den Staaten der süd-deutschen Guldenwährung die Ausprägung von Vereinsthalern die gleich-zeitige Ausmünzung vou Landessilbermünzen überstieg. Hessen und Sachsen-Meiningen prägten nach dein Wiener Münzvertrag überhaupt keiue Landes-Kurantmünzen mehr. Koburg hatte schou vor dem Wiener Münzvertragstets nur Scheidemünzen, nicht auch Kurautmünzen der Gnldenwährnnggeprägt.

Die Bremischen großen Silbermttnzen sind in der Statistik in Nr. 15der Drucksachen des Reichstags zu den Kurantmünzen gerechnet, obwohlsie nur Scheidemünzen waren.

Die Nachweisnngen über die Ausmünzung süddeutscher Scheidemünzensind sehr unvollständig. Als diese Münzen im Verlauf der Münzreformaußer Kurs gesetzt wurden, gelangte von ihnen ein größerer Betrag zurEinlösung, als überhaupt als ausgeprägt nachgewiesen war.