Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

bildeten einen Hauptbestandteil des preußischen Kriegsschatzes und wurden1870 in Zirkulation gesetzt". Bald darauf begaun ihre Ansammlungdurch die Reichsbank. Ein erheblicher Teil der österreichischen Thalerwar also lange Zeit der eigentlichen Zirkulation entzogen und damit vordem normalen Abgang bewahrt.

Aus Grund dieser Thatsache stellte v. Glasenapp für die von 1857bis 1866 geprägten deutschen Vereinsthaler den gleichen Verlustsatz ein,den er für die österreichischen Thaler annahm, nämlich 17"/«.

Für die seit 1867 geprägten Thaler folgt v. Glasenapp derArendtschen Schätzung von 1880, indem er einen Abgang von 5°/» an-nahm. Hier ist bezüglich der nach dem Krieg als Denkmünzen geprägtenThaler zu bemerken, daß diese völlig aus dem Verkehr verschwunden sind.

Im ganzen waren von 1857 bis Ende 1866 441,8 Millionen Mark inVereinsthalern geprägt; ein Abgang von 17°/o stellt 75,1 Millionen Markdar. Von 1867-1873 sind geprägt 205,8 Millionen Mark; ein Abgangvon 5°/o macht 10,3 Millionen Mark. Znsammen beliefe sich also derAbgang auf etwa 85^/s Millioueu Mark. Eingezogen sind bisher336,3 Millionen Mark, so daß ein Bestand von etwa 226 Mill. Marknoch vorhanden sein dürfte.

Die genauen Ergebnisse dieser, wie uns erscheint, wohlbegründetenAbschätzung sind folgende:

Ende April 1894 wären vorhanden gewesen:

1. an Thalern von 1750-1822 4.000.000 Mark

2. - - 1823-1856 118.380.000 -

3. - - - 1857 an 225.847.000 -

4. - österreichischen Thalern 51.423.000

zusammen 399.650.000 Mark.

Merkwürdigerweise" fügte von Glasenapp hinznnahezu die-selbe Ziffer, die sich herausstellt, wenn man bei sämtlichen Thalern alsdurchschnittlichen Abgang den Verlustsatz von 17°/° zu Grunde legt."

Obwohl auch die Aufstellung des Herrn von Glasenapp keinen An-spruch darauf machen kann, unbedingt sicher und zuverlässig zu sein, hatsie doch einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit für sich. Es erscheintso gut wie ausgeschlossen, daß der Bestand an Thalern Ende April 1894erheblich über 400 Millionen Mark hinausging.

Die Arendtsche Beobachtung, daß im Verkehr nicht auf jeden Thalerdrei Einmarkstücke kommen und daß mehr Thaler vorhanden seien alsZwei- uud Fünfmarkstücke zusammengenommen, trifft auch bei dieser