Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Abgesehen von diesem Umstand war in den Jahren unmittelbar vorder Reform gerade Süddeutschland verhältnismäßig reich mit Goldmünzenversehen. Der Friedrichsdor, welcher im Norden 5 Thaler 20 Silber-groschen galt, wurde im Süden statt zu dem entsprechenden Wert von9 fl. 55 kr. vielfach zu 10 fl, genommen. Zwanzigsrankenstücke liefenzn 9 fl. 30 kr> um, während bei einer Relation von 1 zu 15^2 zwischenSilber und Gold ihr genauer Wert 9 fl. 27 kr. gewesen wäre; bei derdamaligen für das Gold ungünstigeren Marktrelation war der Wert derNapoleons in süddeutschem Guldengeld noch geringer.

Es lohnte sich also, sowohl französische als auch norddeutsche Gold-münzen nach Süddeutschland zu bringen.

Aus diesen Gründen kann die württembergische Enqnete nicht alsAnhaltspunkt für eine Abschätzung des Goldumlaufs diene».

Wichtig ist jedoch die Thatsache, daß in diesen Kassen die Napoleonsmit 46°/o allein fast die Hälfte sämtlicher Goldmünzen ausmachten, unddaß zu diesen uoch 10"/v indiversen", wohl fast ausschließlich aus-ländischen Goldmünzen, hinzutreten. Das ergiebt ca.°/o ausländischergegenüber von 44 <V» deutscher Goldmünzen.

Der bei Beginn der Münzreform vorhandene Gesamtvorrat deutscherLandesgoldmüuzen betrug gegen 95 Millionen Mark. Wenn man inAnbetracht dieser Thatsache den Umlauf fremder Goldmünzen auf etwa150 Millionen Mark schätzt, greift man sicher nicht zu niedrig.

Der Umlauf fremder Banknoten schließlich war so unbedeutend, daßman ihn unbeachtet lassen darf.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien in der folgenden Übersichtzusammengefaßt.