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gebnis, daß der gewaltige wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands injener Zeit seinen Einfluß auch auf die internationale Stellung desdeutschen Geldwesens ausübte. Trotzdem Deutschland nicht nur Rohstoffeund Fabrikate einführte, sondern auch große Massen ausländischer Effekten,wodurch es in wachsendem Maße Gläubiger des Auslandes wurde, standdie Zahlungsbilanz ganz überwiegend zu seinen Gunsten. Selbst als derdringende Silberbedarf für Indien England in die Zwangslage versetzte,Silber mit allen Mitteln und um jeden Preis aus Deutschland zu ziehen,gelang es nur unter den größten Anstrengungen, die Zahlungsbilanzvorübergehend zu Ungunsten Deutschlands zu beeiuflussen. Nur währendeiner ganz kurzen Zeit gelang es, geprägtes Silbergeld von Deutschland nach England zu ziehen. Dagegen brachten, als diese ausnahmsweiseKonjunktur vorüber war, die Jahre unmittelbar vor dem Krieg mitFrankreich nicht nur abermals große Mengen fremder Effekten in Deutsch-land unter, sondern führten uns auch Edelmetall aus dem Ausland zu:der beste Beweis, daß sich Deutschland einer überaus günstigen Zahlungs-bilanz erfreute.
Die dadurch bedingte günstige Stellung des deutschen Geldwesens iminternationalen Verkehr war eine der wichtigsten Voraussetzungen für dasGelingen der großen Reform, durch welche das deutsche Geldwesen nachinnen und außen vom Grund aus umgestaltet werden sollte.