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Quartals mit ihrem Diskont unter den Satz aller übrigen Zentralbankenerheblich hinabgegangen war.
Die starke Erhöhung des englischen Diskontes, welcher die übrigenGeldmärkte nicht in gleicher Weise folgten, bewirkte schließlich eine Ver-minderung der Goldnachfrage in London und Goldzuflüsse aus anderenLändern namentlich aus Frankreich . Allmählich lenkte der Geldmarktwieder in ruhigere Bahnen ein.
Mit dem Jahre 1873 erscheint die erste Periode der deutschen Gold-beschaffung abgeschlossen. Die wenigen hunderttausend Mark, welche imJahre 1874 zu Goldaukäufen verwendet wurden, kommen gegenüber dengewaltigen Summen der Jahre 1871, 1872 und 1873 nicht in Betracht.
In Erwägung der besonders schwierige!? Verhältnisse, unter welchendiese Goldbeschaffung bewirkt werden mußte, kann man der Reichs-regierung die Anerkennung nicht versagen, daß sie die notwendigenOperationen mit Geschick und Energie durchgeführt hat. Sie hat jedeunnötige Störung des Geldmarktes vermieden, sich aber andererseitsdurch Diskoutmaßregeln der Bank von England und durch ein Steigendes Marktzinsfußes nicht abhalten lassen, die im Interesse der schleunigenDurchführung der Münzreform notwendigen Goldmengen zu beschaffe».Dabei waren die finanziellen Ergebnisse unerwartet günstig. Das bisEnde 1874 den Münzstätten überwiesene Gold in Barren und fremdenSorten war durchschnittlich zu 1382,95 Mark vro Pfund fein beschafft,so daß sich der Brutto-Münzgewinn an der Goldmenge von etwa 720.00«)Pfund fein auf ungefähr 8 Millionen Mark belief.
II. Die Goldlieschaffung aus den Erlösen der Sildcrverkäuft.
Seit dem Jahre 1875 wurdeu die Goldankäufe ausschließlich ausden durch die Silberverkäufe in London der Reichsregierung zufließendenMitteln bewirkt. Neben der London Joint Stock Bank bedient sich dasReichskanzleramt zu diesen Goldankäufen teilweise der DeutschenBank, welcher die Vermittelung der Silberverkäufe übertragen war.
Dieser zweite Teil der Goldbeschaffung unterscheidet sich in wesent-lichen Punkten von den ersten Goldankäufeu.
Vor allem handelt es sich um erheblich geringere Summe». Währeudvom Juli 1871 bis Ende 1873 für etwa 820 Millionen Mark Gold an-gekauft wurde, beliesen sich die Goldankäufe des Jahres 1877, welches