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seine Ausscheidung au sich schou lohnend war. Ferner enthielten dieälteren Silbermünzen durchweg kleine Mengen Goldes, dessen Ausscheidungbei dein frühereu Stand des Scheideverfahrens uuinöglich geweseu war,jetzt aber einen nicht unerheblichen Gewinn abwarf. Der Gewinn warso groß, daß aus ihm die gesamten Kosten der Umwandlung der ein-gezogenen Landessilbermüuzen in Barren gedeckt werden konnten, unddaß nach Abzug dieser Kosteu uoch ein Überschuß vou ca. 1 ^/s MillionenMark verblieb.
Der Gang der Einschmelzungen und Affinierungen war durchausabhängig vou dem Umfang der Silberverkäufe, der seinerseits wieder vonder Lage des Silbermarktes abhängig war.
In den ersten Jahren nach dem Erlaß des Münzgesetzes richtete dieReichsregierung ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Umwandlungder zur Einziehung gelangenden Silbermünzen in Reichssilbermünzen,während sie den Verkauf von Silberbarren auffallend lässig betrieb.
Erst vom Jahre 1876 ab nahmen die Verkäufe einen größeren Um-fang an, und mit thuen die Herstellung von Silberbarren.
Am Ende des Jahres 1876 war die Maximalgrenze für die Aus-prägung von Reichssilbermünzen nahezu erreicht. Das Jahr 1877 ließden Münzstätten mehr Zeit als bisher für die Einschmelzung von Landes-silbermünzen zu Barren. Gleichzeitig ermöglichte ein außerordentlichstarker Silberbedarf den Absatz großer Silbermengen.
Mit der Affinierung waren von vornherein nicht die Münzstätten,sondern die Scheide-Anstalten in Hamburg, Frankfurt a. M. und München beschäftigt worden.
In Anbetracht der günstigen Lage des Silbermarktes wurden dieseAnstalten bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1376 zu einer be-deutenden Steigeruug ihrer Leistungsfähigkeit veranlaßt, fodaß sich dieBarrenproduktion des Jahres 1876 bereits auf mehr als 1 MillionPfund Feinsilber belief.
Der starke indische Silberbednrf des Jahres 1877 veranlaßte amAnfang des Jahres 1877 abermals eine Erweiterung der Affinier-Anstalten. Während die Affinier-Anstalt in Hamburg vor dem Februar1877 monatlich etwa 75.000 Pfund Feinsilber affinieren konnte, erhöhtesie mm ihre Leistungsfähigkeit auf etwa 146.000 Pfund; die Frankfurter Scheideaustalt steigerte ihre monatliche Barren-Herstellung im April 1877vou 41.200 Pfund auf 82.400 Pfund Fein. Dazu kam München mit