— 330 -
die indische Finanzverwaltung gezogene, in Bombay, Calcutta oder Madras und in indischer Währung zahlbare Wechsel.
- Das indische Schatzamt begiebt diese Wechsel in London , um mitdem Erlös die regelmäßigen Ausgaben zu decken, welche der indische Staatin England und in Gold zu leisten hat. Unter diese Ausgaben gehörenvor allem die Zinsen der indischen Goldanleihen und die in Gold fest-gesetzten Gehälter und Pensionen.
Natürlich tritt das Angebot von Schatzwechseln in Wettbewerb mitden übrigen aus dem Warenverkehr hervorgegangenen Wechseln aus Indien,und im Falle einer für Indien günstigen Bilanz des Warenverkehrs mitdem zur Ausgleichung dienenden Silber; uud zwar sind Councilbillsden übrigen Wechseln auf Indien und dem Silber insofern überlegen,als sie häufig als Rimessen für Indien besser verwendbar sind, alsdiese anderen Zahlungsmittel. Vor allem können die Councilbills alstelegraphische Anweisungen auf deu indischen Staatsschatz (als l'sls-A'r<->.tiL tr-instöi-s) ausgegeben werden. Das gewährt ihnen namentlichin Zeiten einer akuten Geldknappheit in Indien einen großen Vorzug.Silberseudungen uach Indien konnten erst durch Ausmünzung des Silbersin Rupien verwendbar gemacht werden, uud die Ausmünzung nahmWochen uud Monate in Anspruch. Die Banken waren zum Ankauf vonSilber nicht verpflichtet; nur so weit gewährten die Regierungsbankcnin normalen Zeiten Erleichterungen, als sie Münzscheine über Silber^welches bei der Münzstätte zur Ausprägung eiugeliesert war, zu besondersgünstigen Bedingungen lombardierten, aber diese Lombardierungen wurdenmanchmal gerade in den Zeiten eines starken Geldbedarfs uud hohenWechseldiskontes eingestellt. Abgesehen von der znr Ausmünzung not-wendigen Zeit mußte bei Silbersendungen mit dem durch deu Transportverursachte!? Zeitverlust gerechnet werden. Je höher der indische Diskontwar, desto schwerer fiel dieser Zeitverlust ins Gewicht. — Ähnlich standes mit den nach Londoner Usancen auf sechs Monate lautenden indischenWechseln.
Die telegraphischen Übertragungen dagegen konnten sofort in indischesGeld umgesetzt werden. Abgesehen von der Zinsersparung gewährten siedadurch Sicherheit gegen die Kursverluste, welchen Wechsel und Silber-sendungen infolge des zwischen ihrem Ankauf und ihrer Verwendungliegenden langen Zeitraumes ausgesetzt waren.
In diesen Verhältnissen ist es bcgrüudet, daß die Größe des Angebotsvon Couucilbills für die Silberuachfrage, und der Preis, zu welchem