Sinken, als im vorhergehenden Jahre; ferner trat, nachdem das Ham-burger Silber verkaust war, abermals ein stärkerer Preisrückgang ein,als während dieser Verkäufe selbst.
Ein ausschlaggebender Einfluß dieser verhältnismäßig starken Silber-verkäufe auf die Preisbildung des Silbers ist also nicht zu erkennen.
Wir kommen nunmehr zu einer neuen Periode.
In der ersten Hälfte des September 1873 traten die Ereignisse ein,welche nach einer weitverbreiteten Annahme das Schicksal des Silbersbesiegelten. Die Beschränkung der Silberprägungen auf denfranzösischen und belgischen Münzstätten. Da die Schweiz kein freies Prägerecht kannte, war im ganzen lateinischen Münzbundnur noch die nicht sehr leistungsfähige italienische Münzstätte dem Silberunbeschränkt geöffnet.
So groß jedoch die Wichtigkeit der Verordnungen des belgischenund des französischen Finanzministers auch für diejenigen erscheint, welchesie nur als einzelne Glieder einer folgerichtigen Kette von Ereignissenansehen, — ihre augenblickliche Wirkung aus den Silberpreis war auf-fallend unbedeutend. Bereits im August 1873, also vor der Beschränkungder französischen und belgischen Silberausmünzungen, war der Londoner Silberpreis unter 59 ä hinabgegangen. Der September brachte keinenennenswerte Verschlechterung. Erst der November zeigt einen erheblichenPreisrückgang bis auf 57^8 cl.
Mitte Oktober fchloß die deutsche Regieruug ihren ersten Silber-verkauf ab. Ende November folgten zwei weitere Abschlüsse. Die Ver-käufe waren sehr geringfügig und erreichten zusammen nicht einmal denWert von 3^/s Millionen Mark. Das ganze Quantum wurde an diePariser Münze gegen Ausstellung von Münzscheinen geliefert.
Von einer Einwirkung dieser unerheblichen Verkäufe auf den Silber-preis kann natürlich nicht die Rede sein. Der wesentliche Fall desSilberpreises am Ende des Jahres 1873 ist vielmehr dem Umstand zu-zuschreiben, daß sich erst damals die Wirkung der limitierten französischenund belgischen Silberprägungen fühlbar machte. Die Münzscheine,welche die Münzanstalten gegen das eingelieferte Silber ausgaben, lautetenauf immer spätere Termine, der von ihrem Nennwert abzuziehende Zins-verlust wurde infolgedesseu immer größer und mußte immer stärker aufden Silberpreis drücken.
Aber auch jetzt kam die Tragweite der Beschräukuug der französischen und belgischen Silberausmünzungen dem Silbermarkt noch nicht zum
Helsferich, Beiträge zur Geldreform. 22