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vollen Bewußtsein, selbst dann noch nicht, als im Januar 1874 die Kon-ferenz der Münzbund-Staaten die Beschränkung der Silberausmünzungenfür die ganze lateinische Union beschloß uud vertragsmäßig festlegte. Mansah den bisher noch sehr mäßigen Preisrückgang des Silbers als die Ur-sache jener Maßregeln an, und als den Grund dieses Preisrückgangshauptsächlich die Verminderung des indischen Silberbedarfs, deren dauerndwirkende Ursache man nicht erkannte. Man gab sich deshalb der Hoffnunghin, ein steigender indischer Bedarf und damit eine Preissteigerung desSilbers werde die Maßregeln des lateinischen Münzbundes rückgängigmachen und so die schädliche Wirkuug, welche diese Maßregeln ihrerseitsauf den Silberpreis ausübteu, wieder ausgleichen. Man übersah dabei,daß selbst auf Grund dieses Gedankenganges die Mllnzvolitik derlateinischen Union nnr dann dem Silberpreis einen Rückhalt bot, wein:der Silberpreis dieses Rückhaltes nicht bedürfte, daß aber dieser Rückhaltversagen würde, sobald die Silbernachfrage von anderer Seite sich ver-minderte und ein Sinken des Silberpreises zuließ.
Diese mangelhafte Erkenntnis der wirklichen Lage des Silbermarktesermöglichte beim Beginn des Jahres 1874, als eine akute Steigerungdes indischen Silberbedarfes eintrat, eine rasche und erhebliche Besserungdes Silberpreises.
Der schlechte Ausfall der indischen Ernte und die Maßregeln zurVerhinderung einer Hungersnot erzeugten damals in Indien einen über-aus starken Geldbedarf. In Bombay und Calcutta erreichte der Dis-koutsatz die Höhe von 12^/s und 13^/s °/v. Das indische Schatzamtkündigte ferner die Aufnahme einer Anleihe an und setzte seine Be-gebungen von Councilbills von 650.000 F auf 400.000 F pro vier-zehn Tage herab.
Im Januar erzeugte der starke indische Geldbedarf innerhalb vonvierzehn Tagen eine Steigerung der indischen Wechselkurse um 4°/v. DerSilberpreis stieg in der gleichen Zeit von 58 aus 59Vscl, auf einenPreis, welcher im Juni 1873 zum letztenmal erreicht worden war. Sostark war also die Wirkung des indischen Bedarfs, daß der Preisrückgangeines halben Jahres, welcher durch die Beschränkung der Silberausmünz-ungen in Belgien und Frankreich erheblich verschärft worden war, inzwei Wochen wieder ausgeglichen wurde, und das zu derselben Zeit, inwelcher die Konferenz der Münzbundstaaten die französischen und belgischenMaßregeln sanktionierte.
Zwar hielt sich der Silberpreis nicht ganz auf der im ersten Anlauf