Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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erreichten Höhe, aber solange die indische Nachfrage vorhielt, sank er nichtwesentlich unter 59 ä.

Die Reichsregierung benutzte die günstige Lage des Silbermarkteszu Verkäufen nach London und namentlich auch direkt nach Ostasien .In London wurden im Februar und im April zwei Posten Silber zu59V2 und 59'/4ä abgesetzt, im ganzen nicht viel mehr als für einehalbe Million F.

Auch deutsche Banken scheinen die gute Gelegenheit zur Abstoßungihrer Silberbarren benutzt zu habend

Aber diese Verkäufe standen in keinem Verhältnis zu den starkenSilberverschiffungen jener Monate; ihre Einwirkung auf den Silberpreiswar dementsprechend nur unbedeutend. Sie wäre noch geringer gewesen,als sie thatsächlich war, wenn nicht die Phantasie der Londoner Börse ihren Umfang bedeutend übertrieben hätte. So wurde bereits im Januarerzählt, die Reichsregierung habe für nahezu 2 Millionen F Silberverkauft, während in Wirklichkeit ihre gesamten während der ersten vierMonate des Jahres 1874 in London abgeschlossenen Verkäufe sich nurauf Million F beliefen. ,

Die günstige Lage des Silbermarktes nahm im Juni ihr Ende.In Indien löste sich die Geldknappheit, die Banken setzten ihre Diskont-sätze rasch und erheblich herab, und die Londoner Wechselkurse auf indischePlätze begannen zu sinken; mit ihnen der Silberpreis.

Die Reichsregierung, welche Mitte April ihre letzten Verkäufe inLondon und Paris abgeschlossen hatte, verkaufte Ende Juni für etwa3 Millionen Mark Silber in Hamburg und stellte dann ihre Verkäufewährend des ganzen III. Quartals 1874 ein.

Gerade dieses III. Quartal brachte jedoch einen abermaligen scharfenRückgang des Silberpreises. Von 58^/4 im Durchschnitt des I. undII. Quartals sank er auf 58V8 im Durchschnitt des III. Quartals: imSeptember ging der Preis auf 57°/8 herab.

Die deutschen Verkäufe waren an diesem Rückgang unschuldig, dennsie begannen erst wieder im Oktober; die Regierung hielt sich dabei vomLondoner Markte fern und setzte ihr Silber hauptsächlich in Indien,selbst, in Calcutta und Bombay ab. Außerdem verkaufte sie an die

i DerEkonomist " vom 28. März 1874 schreibt darüber:l'ks supxliss,Ulläsrst-, kavö in kaot kssu <Zoriv<z6 in part trom d»1aness ok 6sinonstissi1silvsr in Ksrinan^ IisIÄ tno Lontd Korman danks, anct vliien tiisz^ n^vstaken tiiis opportunit/ ro Avt ri6 ok."

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