Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Pariser Münze und nach Hamburg. In Hamburg setzte sie während desletzten Quartals 1874 fünf Posten zu je 1^/s Millionen Mark ab, und zwarzu dem günstigen Preise von 87,75 für den ersten, 87,30 für die folgen-den Lieferungen, während die Markt-Notieruugen in dieser Zeit 86,10 Marknicht überstiegen.

Der Silberpreis war während des letzten Quartals 1874 (Durch-schnitt 572/4 ä) wohl niedriger als im Durchschuitt des III. Quartals,aber immerhin höher als die Preise, welche Ende September notiertwurden. Der Monat November, in welchem am meisten Silber verkauftwurde, zeigte sowohl in Hamburg als auch in London bessere Preise alsdie vorhergehenden und nachfolgenden Monate. Abermals ist also eineEinwirkung der deutschen Silberverkäufe nicht zu konstatieren.

Als gegen Ende Dezember ein neuer Preisrückgang eintrat, hörtedie deutsche Regierung mit ihren Silberverkäufen völlig auf. Sie hattedamals noch das Prinzip, womöglich nur bei steigenden Silberpreisenzu verkaufen, und sie vermied es durchaus, bei sinkenden Preisen denMarkt durch ihr Angebot noch mehr zu drücken.

Damit war die erste Periode der deutschen Silberverkäufe ab-geschlossen. Die lange Unterbrechung während der ersten 8 Monate desJahres 1875 scheidet sich auch zeitlich scharf von der zweiten Periode,welche die Zeit vom September 1875 bis zum Mai 1879 umfaßt, in welcherüberhaupt erst von umfangreichen Silberverkäusen die Rede sein kann.

Die genaue Verfolgung der Bewegungen des Silbermarktes währendder erstem Periode der Silberverkäufe hat bestätigt, was schon ein Blick aufdie Zahlenverhältnisse der auf den Silbermarkt einwirkenden Faktoren er-geben mußte: keine, oder höchstens eine völlig unwesentliche Einwirkung derdeutscheu Silberverkäufe auf die Schwankungen des Silberpreises. Wirhaben ferner gefunden, daß auch die Einwirkung der währungspolitischenMaßregeln jener Jahre im Verhältnis zu ihrer wirklichen Tragweite ganzauffallend unbedeutend war, und daß der Silbermarkt in jener Zeit ganzüberwiegend durch die Schwankungen des indischen Silberbedarfs beein-flußt wurde, welche ihrerseits teilweise durch innere VerhältnisseIndiens, teilweise durch den Umfang der Begebungen von Councilbillsbedingt waren.

III. Silbermarkt und Silberverkäufe von 13731879.

Während des Jahres 1875 setzte sich der Rückgang des Silberpreises,welcher Ende 1374 begonnen und zu einer Unterbrechung der deutschen