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Das Prägegold stammte nur zu einem verschwindend geringen Teilaus der Einziehung der Landesgoldmünzen; bis zum 15. März 1872war voll diesen erst ein Betrag von etwa 17Vs Millionen Mark eingezogen,bis zum Ende des Jahres 1872 nur 21,8 Millionen Mark.
Der weitaus größte Teil des Prägegoldes wurde durch die französischeKriegsentschädigung beschafft.
Der Vermehrung des Goldumlaufs durch die Ausvräguug des mitder französischen Kriegsentschädigung eingehenden oder aus ihren Mittelnangekauften Goldes stand anfänglich keine Verminderung des Silber-innlaufs gegenüber. Nur die Bremischen Silbermunzen im Betrag von2 Millionen Mark wurden bereits im Lanfe des Jahres 1872 vomBremischen Staate beseitigt. — Dagegen wurde mit der Einziehung vonLandessilbermünzen auf Reichsrechnung erst im Frühjahr 1873 begonnen.Anfang April lageil etwa 10 Millionen süddeutscher Gulden ^ 17 Mil-lionen Mark zum Einschmelzen bereit. Am Schluß des Jahres 1873belief sich die Summe der von Reichswegen eingezogenen Silbermünzenauf etwa 60 Millionen Mark.
Dagegen erreichte die Ausprägung von Reichsgoldmünzen bis zumSchlüsse des Jahres 1872 den Umfang von 4211/2 Millionen Mark.Am Ende des Jahres 1873 war die Summe von einer Milliarde Markbereits überschritten.
Am Ende des Jahres 1872 stand also einer Vermehrung desdeutscheil Geldumlaufs um 421 ^2 Millionen Mark neuer Reichsgold-münzen nur eine Verminderung um vielleicht 17 Millionen Mark inLandesmünzen (davon ca. 15 Millionen Mark Landesgoldmünzen, 2 Mil-lionen Mark Bremischer Silbermünzen) gegenüber. Der Bestand andeutschen Münzen erfuhr also im ersten Jahre der Reform eine Ver-mehrung uin mehr als 400 Millioneil Mark.
Am Ende des Jahres 1873 stand einer Neuprägung von 1.016Millionen Mark in Neichsgoldmünzen und etwas über 2 Millionen Markin Reichssilbermünzeil eine Einziehung von 83^/g Millionen Mark inLandesmünzen gegenüber. Der Bestand an deutscheil Münzen war alsoam Schluß des Jahres 1873 um ca. 935 Millionen Mark größer alszwei Jahre zuvor. Von 1.635 Millionen Mark hatte er sich auf 2.570Millionen Mark, um etwa 57 Prozent, erhöht.
Mit dieser gewaltigen Vergrößerung des Vorrats an deutscheilMünzen war zunächst ein gewisser Höhepunkt erreicht. Die Periode derstarken Goldprägungen fand mit dem Jahre 1873 ihr Ende.