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ausschließlich von Edelmetall-Firmen. Bei der Konzentration des eng-lischen Edelmetallhandels war diese genaue Feststellung möglich.
Die englische Münze selbst nimmt nur feine Goldbarren, nicht aberausländische Sorten, als Prägematerial an. Eine direkte Umprägungvon Reichsgoldmünzen hat also in England nicht stattgefunden.
Die Bank von England hat bis zum Februar 1879 im ganzenfür 2.056.729 K deutsche Reichsgoldmünzen angekauft; von diesem Be-trag sind 649.896 F innerhalb der angegebenen Zeit für die Ausfuhr(wohl ausschließlich für die Ausfuhr nach Deutschlaud) wieder verkauftworden.
Spätere Anfragen der Reichsregiernng haben ergeben, daß Ende1879 in der Bank von England nur 1.400 F deutscher Reichsgoldmünzenvorhanden waren. Dagegen besaß die Niederländische Bank um dieselbeZeit 16.500.000 Mark in deutschen Goldmünzen.
Aus diesen Anhaltspunkten läßt sich für die einzelnen Jahre nur derUmfang der Exporte von Reichsgoldmünzen nach Frankreich und Belgien mit einiger Sicherheit feststellen.
Zwar ist unbekannt, welche Beträge, ohne umgeprägt zu werden, indie Kassen der Bank von Frankreich und der Belgischen Nationalbank ge-flossen uud dort festgehalten worden sind.
Der Umstand jedoch, daß die großen Umprägungen 1874/75 und1877 mit einer für Deutschland ungünstigen Stellung der Wechselkurseauf Frankreich zusammenfielen, und daß sie, als die Wechselkurse wiedergünstiger wurden, im Jahre 1876 und im Jahre 1878 fast vollständigaufhörten, läßt darauf schließen, daß weitaus der größte Teil der nachder lateinischen Münzunion exportierten Reichsgoldmünzen sofort umge-prägt wurde, und daß die Banken keine erheblichen Bestände von Reichs-goldmünzen ansammelten.
Die Wiederherstellung der französischen Valuta in Verbindung mitdem Umstand, daß bis zum Jahre 1874 aus den deutschen Münzstättennicht weniger als 398 Millionen Mark Reichsgoldmünzen aus französischen Goldstücken geprägt worden waren, machte große Ausmünzungen in Paris und Brüssel notwendig. Es scheint deshalb doppelt wahrscheinlich, daßdie Centralbanken die ihnen zufließenden neuen deutschen Reichsgold-münzen nicht aufspeicherten, sondern sofort zur Umprägung an die Münz-stätten ablieferten.
Es ist deshalb sehr unwahrscheinlich, daß die Ausfuhr von Reichs-