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habe, rechnet man ferner einen Anschlag für die unbekannte Ausfnhr vonReichsgoldmünzen nach Rußland, der Schweiz und anderen Ländern, danndürften folgende Zahlen ein ungefähres Bild der Ausfuhr von Reichsgold-münzen für die einzelnen Jahre geben
1874/75 70 Millionen Mark
1876 20
1877 80
1878 30
zusammen 200 Millionen Mark.Diese Zahl ist um etwa 25 Millionen Mark höher als die in dererwähnten Zusammenstellung des auswärtigen Amtes, welche in demamerikanischen Münzbericht für 1879 veröffentlicht ist. In dieser Zu-sammenstellung sind nur diejenigen Abgänge von Reichsgoldmünzen zu-sammengefaßt, über deren Verbleib ein Nachweis vorliegt. Ein Zuschlagfür diejenigen Beträge, über welche, weil sie im Ausland von Privateneingeschmolzen wurden, keine Nachweisungen vorhanden sind, erscheint des-halb notwendig.
Im Gegensatz zu den Jahren 1874—1878 darf für das Jahr 1879ein Rückfluß von Reichsgoldmünzen aus dem Ausland im Betrag vonetwa 15 Millionen Mark angenommen werden.
Noch unsicherer als diese Schätzungen sind alle Vermutungen dar-über, wieviel Reichsgoldmünzen in Deutschland selbst eingeschmolzen undzu industriellen Zwecken verwendet worden sind.
Diese Einschmelzungen bleiben in den einzelnen Zeitabschnitten gleich-mäßiger, als die Exporte nach dem Ausland, da sie nicht, wie diese, vonden Schwankungen der internationalen Zahllingsbilanz abhängen.
Das einzige Land, in welchem eingehende Erhebungen über dieindustrielle Verwendung einheimischer Goldmünzen stattgefunden haben,sind die Vereinigten Staaten . Dort schwankten in den Jahren 1879 bis1885 die ermittelten Beträge zwischen 1.473.259 S (1879) und 4.875.587 K(1884) und betrugen im Durchschnitt 2,58 Millionen S, also nur wenigüber 10 Millionen Mark.
Für Deutschland , dessen industrieller Goldverbrauch geringer geschätztwird, als derjenige der Vereinigten Staaten ', dürfte wohl kaum einhöherer Betrag anzunehmen sein. Vor dem Jahre 1874 waren nurso geringe Beträge von Reichsgoldmünzen im Umlauf, daß wesentliche
i Siehe oben S. 69.