Teil eines Werkes 
2 (1898) Beiträge zur Geschichte der deutschen Geldreform / von Karl Helfferich
Entstehung
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Einschmelzungen ebensowenig haben stattfinden können wie nennenswerteExporte. Auch für das Jahr 1874 dürfte für die Einschmelzungenim Inland ein geringerer Betrag einzusetzen sein, als für die folgendenJahre.

Demnach würden wir folgende Zahlen für den Gesamtabgang vonReichsgoldmünzen erhalten:

ausgeführt

im Inland ein-geschmolzen

zusammen

1874 und erstes Halbjahr 187S

70

10

80

Zweite Hälfte 187S

S

S

1876

20

10

30

1877

80

10

90

1878

30

10

40

1879

IS

10

, .6

Summa

185

55

240

Aus der Einziehung von Landesmünzen, der Ausprägung von Reichs-münzen und den Abgängen von Reichsgoldmünzen ergeben sich die inden Tabellen S. 393395 zusammengestellten Übersichten über die Ent-wickelung des Bestandes an deutschem Metallgeld.

II. Die Veränderungen in dem Bestand ausländischer Münzsortenund ungemünzten Edelmetalls.

Wie der Umlauf von Zahlungsmitteln deutschen Ursprungs, so erfuhrauch die Zirkulation der ausländischen Geldsorten in den ersten zweiJahren der Münzresorm tiefgehende Änderungen, teilweise durch dieMünzreform selbst, teilweise durch die Milliardenzahlung.

Die Milliardenzahlung brachte eine Menge fremder Münzen nachDeutschland , namentlich Goldmünzen und silberne Fünffrankenstücke.

Die Goldmünzen wurden zu einem großen Teil der Negierung direktübergeben und von ihr als Prägematerial für die Reichsgoldmünzen ein-behalten. Außerdem kamen jedoch zweifellos große Beträge als Deckungfür auf deutsche Häuser gezogene Wechsel und als Gegenwert für Wechselauf das Ausland in den Besitz deutscher Banken. Diese Goldmünzenwurden zum Teil an die Regierung verkauft, zum Teil gingen sie jedochin den Umlauf über.