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während des Jahres 1874 das Verschwinden der fremden Goldmünzenaus dem Umlauf durch die Bildung eines Vorrats von fremden Gold-münzen und Goldbarren in den Banken ausgeglichen worden ist.
Für die Entwickelung dieses Goldvorrats in den folgenden Jahrengenügen die Angaben über die Bestände der Reichsbank an Goldbarrenund ausländischen Goldmünzen^. Bei der Geringfügigkeit der monetärenGoldvorräte der übrigen Banken bedarf es lediglich einer unerheblichenAbrundnng nach oben.
Der nicht aus deutschen Goldmünzen bestehende Goldvorrat derdeutschen Banken würde sich danach für die einzelnen Jahre auf ungefährfolgende Summen stellen:
für Ansang 1875 auf ungefähr 120 Millionen Mark
1876 - - 120 -
1877 - - 50 -- 1878 - - 80 -
1879 - - 50 - -
1880 - - 60 -
Diese Goldbestände waren im deutschen Umlauf durch voll gedeckteBanknoten vertreten, bildeten also einen Teil des deutschen Metallgeld-Vorrates.
Unter Berücksichtigung des Umlaufs fremder Münzen und desmonetären Edelmetallvorrates erhalten wir folgendes Bild von der Ent-wickelung des deutschen Metallgeldvorrates während der Münzresorm.
Siehe die Tabellen S. 402.
Diese Tabellen geben eine vollständige Übersicht über den Umfangund die Zufammensetzung des deutschen Metallgeldbestandes in jedemeinzelnen der wichtigsten Zeitpunkte der Münzreform. Wenn die gegebenenZahlen zum großen Teil nicht auf unbedingt sicheren Feststellungen be-ruhen, sondern auf Schätzungen, für welche nicht immer die besten Anhalts-vnnkte vorhauden waren, so ist doch bei diesen Schätzungen mit einerVorsicht verfahren worden, welche die Genauigkeit der vorstehenden Über-sichten wenigstens in den großen Zügen verbürgt.
Diese großen Züge der Entwickelung des deutschen Metallgeld-bestandes sind folgende:
Hinsichtlich des Umfanges: Ein enormes Anwachsen bis zur Mittedes Jahres 1873, hervorgerufen durch starke Goldausmünzungen, denen
! Siehe die Tabelle über die Goldankäufe der Neichsbank im VI. Teil dieses Bandes.
Helsfsrich, Beiträge zur Geldreform. 26