der Reichsbank durchaus befriedigend. Zwar hat die Besserung derMetalldeckuug sämtlicher täglich fülligen Verbindlichkeiten mit der Besseruugder Metalldeckuug des Notenumlaufs nicht entfernt gleichen Schritt ge-halten, in den letzten Jahren hat sie sich unter der Einwirkung einesstarken inneren Geldbedarfs sogar wieder erheblich verringert, sodaß sieim Durchschnitt des Jahres 1896 sich nicht viel günstiger stellt als imDurchschnitt des Jahres 1876. Für das Jahr 1897 hat sich dieungünstigste Deckuug sämtlicher Verbindlichkeiten ergeben, welche imDurchschnitt irgend eines Jahres seit dem Bestehen der Reichsbank vor-handen war. Dagegen war die Golddeckung sämtlicher täglich fälligenVerbindlichkeiten selbst bei der großen Anspannung der Jahre 1896 und1897 wesentlich günstiger als in irgend einem Jahr vor 1887.
Die Ursache der relativen Verschlechterung der Deckung sämtlichertäglich fälligen Verbindlichkeiten bei einer immer noch verhältnis-mäßig günstigen Deckung des Notenumlaufs liegt allein, wie bereits an-gedeutet, in der gewaltigen Zunahme der Giro-Depositen, während dieeigenen Mittel der Bank (120 Millionen Mark Grundkapital und 30 Mil-lionen Mark Reservefonds), welche vielleicht von allem Anfang anetwas knapp bemessen waren, keine Vergrößerung erfahren haben.
2. Die Elasticität des Notenumlaufs.
Die wichtigste Aufgabe des uugedeckteu Notenumlaufes ist, dem Geld-wesen, ohne seine Sicherheit zn beeinträchtigen, eine größere Elasticitätzu verleihen, als sie ein rein metallischer Geldumlauf besitzen kann.Die Schwankungen des Geldbedarfes, sowohl innerhalb längerer Perioden,als auch innerhalb der einzelnen Jahre, sind in dem gegenwärtigen Ent-wickelungsstadium der Volkswirtschaft gegenüber den früheren Verhält-nissen außerordentlich groß geworden. Die Veränderungen innerhalblängerer Periode«? hängeu ab von der allgemeinen wirtschaftlichen Kon-junktur. Zeiten allgemeinen Aufschwunges bedürfen einer größeren Mengevon flüssigen Geldmitteln, als Zeiten allgemeiner Depression. Innerhalbder einzelnen Jahre werden bei gleichbleibender allgemeiner Lage großeSchwankungen des Geldbedarfs verursacht durch die Zahlungen vonLöhnen, Gehältern, Zinsen, Dividenden etc, welche sich auf bestimmteTermine zusammendrängen; ferner durch die Absatzzeiteu und Zahlungs-termine der großeu Saisongewerbe, deren wichtigstes die Landwirtschaftist. Auf Gruud dieser Verhältnisse kehren starke Anschwellungen des Geld-bedarfs beim Quartals- und Jahreswechsel regelmäßig wieder, ist ferner