IV.
Der gegenwärtige Umfang des deutschen Geldumlanfsnnd seine Znsammensehnng.
Für die Abschätzung des deutschen Geldumlaufs vor der Reformboten die Ergebnisse der Einziehungen der verschiedenen Münzen willkommeneAnhaltspunkte. Bei einer Abschätzung des gegenwärtigen Umfangs derdeutschen Zirkulation bewegen wir uns auf einem weniger sicheren Boden.
Wohl stehen uns die Prägeziffern zu Gebote, aber die Summen vonMünzen, welche verschleudert, eingeschmolzen oder exportiert worden sind,können nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden.
Hinsichtlich der Reichssilber-, Nickel- und Kupfermünzen kommt wegenihrer beträchtlichen Unterwertigkeit weder ein Export noch eine Einschmel-zung in Betracht; als einziger Weg des Abganges bleibt die Verschleude-rung, für welche jedoch, wenigstens hinsichtlich der größeren Silbermünzen,ein nennenswerter Betrag nicht anzunehmen ist.
Hinsichtlich der Thaler bleibt die alte Ungewißheit über den nochvorhandenen Betrag, über welchen wir bereits in einem früheren Abschnittgesprochen Habens bestehen.
Am stärksten ist die Unsicherheit hinsichtlich des Abganges von Reichs-goldmünzen. Weder die Einschmelzungen im Inland noch die Exportenach dem Ausland sind mit Genauigkeit festzustellen. Man ist fast gänz-lich auf willkürliche Schätzungen angewiesen.
Bis zum Schlüsse des Jahres 1897 waren, abzüglich der Ein-ziehungen, 3.235 Millionen Mark in Reichsgoldmünzen ausgeprägt.
Den Abgang bis zum Ende des Jahres 1879 haben wir oben auf240 Millionen Mark veranschlagt.
' Siehe oben S. 119 ff.