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war als die Parität, und der um 40 Pfennig unter dem für Deutschland günstigen Goldpunkte stand.
Die Erklärung für das oft fehr erhebliche Herabgehen des Wechsel-kurses auf Paris liegt iu der sogenannten „Prämienpolitik" der Bankvon Frankreich , welche häufig Gold nur gegen Zahlung einer Prämie vonimmerhin beträchtlicher Hohe herausgiebt. Die Wirkung auf die Wechsel-kurse ist dieselbe wie die eines Goldagios: Die französische Valuta istum deu Betrag der Prämie entwertet.
In noch weit höherem Grade als die Wechselkurse auf England be-stätigen die Wechselkurse auf Frankreich die Schlüsse, welche wir aus derStatistik des deutschen Edelmetallhandels, den Zahlen über die Gold-ankäufe der Reichsbank und über die Ausprägung von Reichsgoldmünzeugezogen haben:
Daß nämlich die internationale Stellung der deutschen Valuta seitder Mitte der 80er Jahre überaus gefestigt ist, und daß Deutschland indieser Zeit eine starke Vermehrung seines Goldvorrates erfahren hat.
Deutlicher als irgend eine andere Erscheinung zeigt die Haltung derdeutschen Wechselkurse, daß der Übergang zur Goldw ährung voll-kommen gelungen, und daß die Goldwährung hinreichendbefestigt war, als im Jahre 1879 die völlige Durchführung des Mttuz-gesetzes von 1873 eingestellt wurde. Selbst unter den ungünstigen Ver-hältnissen der ersten Hälfte der 80er Jahre vermochte der uns gebliebeneThalerrest nicht, die internationale Bewertung der deutschen Valuta auchnur vorübergehend unter die normalen Grenzen hinabzudrücken, und seitjener Zeit ist der Thalerrest mehr und mehr zu einem bloßen Schönheits-fehler unserer Goldwährung geworden, dessen praktische Bedeutung nurgering ist.