des Metalls loslösen zu können glaubten. Zu der Frage desKondominats beider Metalle standen sie meistens ahnungslos,obgleich auch einzelne Ausnahmen citiert werden, vor allemder Philosoph Locke , der sich in den klarsten Wendungen undmit der noch heute massgebenden Begründung gegen die Doppel-währung erklärt. Der unverdrossene Rationalismus der Revo-lutionsgesetzgebung ist zum erstenmal auf den Grund der Sachegedrungen und hat sie im Prinzip ganz logisch richtig ent-schieden. Mirabeaus bekannte Denkschrift vom 12. Dezember1790 behandelt auch diesen Gegenstand mit einer Meisterschaft,die noch heute Bewunderung erregt. Seitdem das Thema derDoppelwährung wieder in den Vordergrund der Tageslitteraturgetreten, ist auch aus der Folgenreihe der gesetzgeberischenVerhandlungen zur Genüge der Beweis geliefert worden, dassdie französische Münzverfassung der neunziger Jahre, welchemit dem bekannten Gesetz vom 7. Germinal XI. abschliesst,durchaus nicht in den Fehler verfiel, zwei gleichberechtigteMetalle mit unveränderlichem Gegenseitigkeitsverhältnis zu-grunde zu legen, sondern dass sie von rechtswegen die Silber-währung, den Franken mit dem Feingehalt von 4 1 / 2 GrammSilber, als die fundamentale Einheit des Systems hinstellte, demgegenüber das Gold einen variablen Wert haben sollte.
Eine Periode geringer Schwankungen zwischen beidenMetallen, welche erst durch die Entdeckung der kalifornischenund australischen Goldfelder plötzlich unterbrochen wurde, hattedie am Ende des Jahrhunderts mit so viel Scharfsinn erörterteFrage wieder der Aufmerksamkeit entrückt. Die englischeMünzregulierung von 1816 blieb eine innere Angelegenheit, undin Frankreich vergass die von störenden Thatsachen verschontePraxis, dass der Gesetzgeber mit dem Verhältnis von 15 1 /» zu1 nicht ein Ewiges zu stabilieren gemeint hatte. Doch darfnicht unerwähnt bleiben, dass von 1807 an die Tendenz leiseauf ein Steigen des Goldes ging; die Abweichung im Gegen-seitigkeitsverhältnisse erreichte das Maximum von 1 zu 16 1 I 4 ,und das Gold verschwand immer mehr aus dem französischen Verkehr bis gegen das Ende der vierziger Jahre. Aber selbstdas Hereinbrechen des kalifornisch-australischen Goldstromesregte nur mittelbar zur Erörterung des eigentlichen Problemsan. Auch damals ging der erste Impuls einseitig auf Ab-