mische Zurufe von den Unabhängigen Sozialdemokraten und denSozialdemokraten.)
Zch bitte, ihn zu Worte kommen zu lassen.
vi-. Helfferich: Meine Damen und Herren! Darauf, daßuns ein Teil der Existenzgrundlagen unseres Volkes von immernoch 60 Millionen genommen worden ist, geht letzten Endes eingroßer Teil von alledem zurück, was wir heute im großen undkleinen an Jammer und an Elend sehen. Wir werden es erleben,daß unsere Bevölkerung von heute 60 Millionen auf die Hälfteund noch weniger zurückgepreßt wird, wenn wir in der innerenZerfahrenheit weiter schreiten, wenn wir das uns auferlegte Schick-sal, statt mit gesammelter Kraft dagegen anzukämpfen, durch.Kräftezersplitterung und Selbstzerstörung zum unentrinnbarenVerhängnis machen. (Stürmische Zustimmung bei den Deutsch-nationalen. — Andauernde Zurufe und Unterbrechungen von denAnabhängigen Sozialdemokraten und den Sozialdemokraten.)
Ich bitte Sie noch einmal, diese Zwischenrufe zu unterlassen. —(Stürmische Zurufe von den Unabhängigen Sozialdemokraten undden Sozialdemokraten: Nein!)
Zch wiederhole: Ich bin davon überzeugt, daß Sie mir dieSchuld zumessen. Das ist mir gleichgültig. (Lebhafte Rufe: Oho!bei den Unabhängigen Sozialdemokraten und den Sozialdemo-kraten. — Gegenrufe von den Deutschnationalen.)
Meine Damen und Herren! Wer unser Volk lieb hat undwer das dunkle Schicksal Tag und Nacht vor Augen sieht, derkann die Vorgänge, die dieses hohe Haus in dieser Tagung zuerstbeschäftigt haben, die Vorgänge, die aus Grund der Neuwahlenzum Reichstage zu der
Bildung der neuen Regierung
geführt haben, nicht ohne Schmerz und nicht ohne ernste Sorgebetrachten. (Stürmische Zustimmung bei den Deutschnationalen.Zurufe von den Unabhängigen Sozialdemokraten: Kapp-Putsch!)
Wir werden in Spaa vor die schwersten Entscheidungen ge-stellt werden, vor die das deutsche Volk seit der Unterzeichnungdes Friedensvertrages von Versailles gestellt worden ist. DerTermin stand schon nahe vor der Tür, als die Wahlen erfolgten.
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