Für die Deutschnationale Fraktion sprach in der Debatte alserster Redner der Abgeordnete Graf Westarp (am 26, Oktober). Aufdie Gegenaussiihrungen des Reichsministers des Auswärtigen und einerAnzahl von Rednern aus dem Hause antwortete am 4. November derAbgeordnete I>, Helfferich.
Präsident: Das Wort in der wieder eröffneten Beratunghat der Herr Abgeordnete Dr. Helfferich.
Abgeordneter vr. Helfferich:
Meine Damen und Herren! Der Herr Abgeordnetevr. Schiffer hat neulich mit Recht darauf hingewiesen, daß esauch für das Parlament eine Sparsamkeit gibt, eine Spar-samkeit, die allerdings ebensowenig beliebt ist wie die Sparsamkeitim allgemeinen. Er hat empfohlen die Sparsamkeit in Worten.Wer wie ich die Ehre gehabt hat, einmal einer deutschen Regierunganzugehören, der kann diesen Wunsch nur begrüßen- denn er weiß,wie außerordentlich schwierig, ja wie geradezu unmöglich es für dieHerren von der Regierung ist, tagelang hier im hohen Hause an-wesend sein zu müssen, sehr oft, ohne daß Dinge, die sie eigentlichberühren, überhaupt zur Sprache kommen. Ich werde mich des-halb bemühen, meinerseits dem Rate des Herrn Abgeordneten O,-.Schiffer nach Möglichkeit zu folgen. Ich werde deshalb nicht ein-gehen auf die an sich ja sehr interessanten und wichtigen Aus-führungen, die der Herr Abgeordnete Schiffer über die Iuftizreformgemacht hat, sondern ich werde es einem meiner Freunde über-lassen, bei Gelegenheit des Reichsjustizetats über diesen wichtigenPunkt zu sprechen.
Dagegen bedaure ich, daß mich einige Ausführungen — umnicht zu sagen: Ausfälle — der Herren, die vor mir gesprochenhaben, zu einigen
abwehrenden und richtigstellenden Bemerkungen
zwingen, ehe ich auf den eigentlichen Gegenstand der Tagesord-nung, auf den Etat selbst eingehen kann. Der Herr Abgeordnetevr. Schiffer hat einen Teil der Ausführungen meinesParteifreundes, des Grafen Westarp, sehr scharf kritisiert, er hatgeglaubt, sie dahin kennzeichnen zu sollen: er sehe in diesen Aus-
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