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Ich bitte Sie höflichst, auch diese Zuschrift in IhremWochenblatt zum Abdruck zu bringen. Da Ihnen Ihre „Raum-verhältnisse " auf meinen 2 Spalten langen Brief eine 4 Spaltenlange Antwort gestattet haben, machen sie es Ihnen wohl auchmöglich, auch diese Entgegnung aufzunehmen. Jedenfalls wäreich für möglichst baldige Nachricht, ob und wann Sie dieseZuschrift zu bringen gedenken, sehr zu Dank verpflichtet.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Dr. Karl HelfFerich.
V. Arendt an Helfferich.
Berlin , den 26. Juni 1895.Sehr geehrter Herr!
Gern werde ich die Auseinandersetzung mit Ihnen fort-setzen — auch Ihr letzter Brief, den ich bei meiner Rückkehraus Kiel gefunden, ist ausserordentlich geeignet, die Kampfes-weise der Goldpartei klarzustellen.
Ich möchte Ihnen den Vorschlag machen, diese Polemikgemeinsam für beide Währungsvereine herauszugeben, nachdemSie vorher festgestellt, wie oft Sie meine Ausführungen zu be-antworten wünschen.
Der Bimetallisten-Bund ist bereit, die so entstehende Schriftallen seinen Mitgliedern zu übersenden.
Bezüglich des „Deutschen Wochenblattes" bin ich in einerschwierigeren Lage, da das kein ausschliessliches Währungsblattist und ich eine Polemik in Rücksicht auf die Leser nicht hrsEndlose fortspinnen kann. Wenn ich Ihnen gegenüber einerBücherbesprechung einmal das Wort zu einer Antwort gegeben,so genügt das nach litterarischem Gebrauch — andernfallskönnten Zeitschriften dauernd ihren Raum lediglich für persön-liche Auseinandersetzungen hergeben. Trotzdem würde ichnochmals Ihnen Raum geben, allerdings unter einer Bedingung.
Es scheint mir recht und billig, dass die Goldwährungs-partei, zu deren Vorkämpfern Sie ja jetzt gehören, das, was sievon bimetallistischer Seite fordert, auch selbst den Bimetallistenzugesteht.
Nun hat die „National-Zeitung" Ihren Angriff*) gegen michveröffentlicht, meine zweimalige Aufforderung aber, meine Ant-
: ) Soll heissen „Verteidigung".