wort gleichfalls abzudrucken, ignoriert. Der Goldwährungsvereinhat die Hauptstellen Ihres Angriffes*) gleichfalls in einem Flug-blatt abgedruckt, auf meine Aufforderung aber, auch meine Ent-gegnung darauf zu veröffentlichen, ablehnend geantwortet.
Ich bin bereit, Ihre Auseinandersetzungen im „DeutschenWochenblatt" abzudrucken, wenn entweder die „National-Zeitung"oder die „Goldwährungs-Correspondenz" meine Entgegnungwörtlich und unverkürzt zum Abdruck gebracht hat.
Sie hatten ursprünglich die Ansicht, dass die Veröffent-lichung Ihres Briefes mir „unangenehm" wäre — aus meinerBeantwortung ersehen Sie wohl das Gegenteil. Wohl aber mussmeine Antwort den Goldblättern recht „unangenehm" **) sein,da man mir zur Verteidigung keinen Raum gönnt. Vielleichtgelingt es Ihrem Einftuss, hier eine Änderung herbeizuführen,dann soll Ihr Brief mit entsprechender Antwort im „DeutschenWochenblatt" erscheinen.
Persönlich bemerke ich noch, dass der schwere Vorwurf,dass ich Ihre Depesche unbeantwortet Hess, vielleicht eineMilderung durch die Plingstzeit erfährt: Ihre Depesche kamam Pfingstsonnabend an — gleich nach Pfingsten Hess ich Ihnenschreiben.
Mit vorzüglicher Hochachtung
VI. Helfferich an Arendt.Neustadt a. d. IL, den 29. Juni 1895.Sehr geehrter Herr!Soeben erhalte ich Ihr vom 26. Juni datirtes Schreiben(nach dem Poststempel ist der Brief erst am 28. Juni in Berlin abgegangen), und ich beeile mich, Ihnen zu antworten.
Zunächst ein Wort über den von Ihnen aufgestellten„litterarischen Gebrauch". Sie haben mir — allerdings etwasverspätet — gegenüber Ihren Angriffen in der Besprechungmeiner Broschüre „Gegen den Währungs-Umsturz" das Wortgegeben. Sie glauben, dass das genügt. Es hätte mir gewissgenügt, wenn Sie nicht im Anschluss an meinen Brief einen
*) Soll heisscn „Verteidigung".
**) Unangenehm, aber nicht durch ihren Inhalt, sondern nur durchihre Länge!