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man sich auf die Gefahr, daß zu viel Silber übrig bleibenwerde, welches an seinein normalen Werte verloren habe;jetzt behauptet man, es müsse noch mehr Silber hereinge-schafft werden, welches noch viel tiefer im Werte gesunkenist. Man sieht daraus, daß nicht die Beseitigung derdeutschen Münzverfassung Zweck, sondern daß sie in derHauptsache nur Mittel zum Zweck ist, und daß man dieAngriffe je nach Zeit und Umständen wechselt. Ebensoverhält es sich mit der Wahl der Interessen, auf die mansich zu stützen sucht. Weil der Einfluß, welchen die Führerder landwirtschaftlichen Bewegung im letzten Jahrzehnt ge-wonnen haben, sich bedeutend gehoben hat, sucht man dielandwirtschaftlichen Interessen für den Anstnrm gegen dieMünzverfassung zu gewinnen und hat zu diesem Zweckeein Gewebe von Vorstellungen ausgearbeitet, welches dieUeberzeugung verbreiten soll, daß eine Veränderung unseresGeldiveseus den Landwirten zum Vorteil gereichen werde.Sang der Unier- Untersuchen wir zunächst, ans welche Erwägungen mansich stützt, um die eben geschilderte Meinung zu begründen.Wir werden dann später in einem zweiten Teile nachweisen,inwiefern, selbst wenn diese Behauptungen nicht irrig wären,das von ihnen angestrebte Ziel dennoch sich als unerreich-bar herausstellen würde.
bie beiden Haui.t- Die Begründung der Angabe, daß unsere Gold--ngrissspunkt-. Mhrung die Landwirtschaft schädige, bewegt sich haupt-sächlich in zwei Richtungen: einmal wird behauptet, daßdurch die Goldwährung in- und außerhalb Deutschlands die Preise der landwirtschaftlichen Produkte herabgedrückt,infolgedessen die Einuahmeu aus denselben geringergeworden und die Lebensbedingungen des Laudwirtesdadurch erschwert seieu. Sodann wird behauptet, es seizu den Nachteilen dieses allgemeinen Preisdruckes als