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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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mittelt, konzentriert sich beispielsweise in London in einemInstitut, welches den Namen OlsariuA-Houss trägt. Ganzallein auf diesem Wege sind im verflossenen Jahre lediglichin Londou Schulden und Forderungen von 120 000 Mill.Mark ausgeglichen worden. Bedenkt man, daß nach denhöchsten Schätzungen der gesamte Geldvorrat Großbritanniens ,sowohl in der Bank, als im Umlauf auf 2000 bis 2500Mill. Mark geschätzt wird, und daß obige 120 000 Mill. nureinen Teil des in London zur Ausgleichung kommenden Geld-verkehrs darstellen, der von dem des gesamten Jnselreichesin unberechenbarer Weise übertroffen wird, so springt dochin die Augen, daß kleine Verschiebungen in dem barenGeldvorrat das Verhältnis zum ganzen Zahlungsumsatznicht beeinflussen können. Um zunächst noch ein thatsächlichesBeispiel anzuführen, so ist in Nord-Amerika , wo man nurnach Goldwährung rechnet, in dem täglichen Verkehr Goldüberhaupt nicht zu sehen. Nur der Check und die papiernenGeldzeichen gehen von Hand zu Haud. Die Aufstellungender offiziellen Statistik, welche jährlich von den amerikanischenBehörden geliefert werden, konstatieren, daß der Anteil desGoldes bei den Zahlungen unendlich klein, beinahe gleichNull ist.

Freilich darf man nun aus diesen thatsächlichen Ver-hältnissen nicht schließen, daß das Vorhandensein einesdie Solidität de-z gewissen Vorrats von vollwertigem Edelmetall für die1w°°h"? Solidität des Geldverkehrs gleichgültig sei. Alles wasoben gesagt wurde, um die Behauptung zn widerlegen, daßdie Preise der Waren fallen oder steigen müßten im direktenVerhältnis zu der Bewegung des Vorrats an Edelmetallenin der Welt oder in einem besonderen Lande, darf nichtaufgefaßt werden, als könnte mit fiktivem Gelde alleinin irgeud einer Form ein dauerhafter und zuverlässigerGeldverkehr bewirkt werden. Hier grade gilt es zu unter-

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