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scheiden zwischen dem wahren Bedürfnis eines solidenVerkehrs und einer mißverständlichen Auffassung desselben.Mißverständlich ist die Auslegung, welche glaubt, daß indem Maß, als Bevölkerung oder Verkehr wachse, dasMetallgeld zunehmen müsse: nnd diese Auffassung irrtdarin, daß sie von den ungeheuer wichtigen, oben ge-schilderten Vervollkommnungsmitteln des Ersatzes für baresGeld nicht Kenntnis nimmt. Aber auf der anderen Seitedarf nicht verkannt werden, daß auch die elastischsten Ersatz-mittel untauglich würden, wenn sie nicht die Bedingungerfüllten, nur Ersatzmittel zu sein, d. h. im gegebenen Augen-blick auf Verlangen in bares Geld verwandelt werdenzu können. Hier kommen die erprobten Grundsätze des Bank-verkehrs zur Anwendung, um, auf Erfahrung und Theoriegestützt, die richtigen Grenzen dafür zu steckeu, welche Vorrätean wirklichem Edelmetall sowohl in den Adern des Verkehrsals namentlich in den Kellern der Notenbanken oder anderereinlösbare Geldzeichen ausgebender Anstalten hinreichen,damit im regelmäßigem Verlauf der Dinge wie bei außer-ordentlichen Zuständen dem Begehr nach Austausch vonGeldzeichen iu wirkliches Geld genügt werde. Dabei mußvon vornherein alles, was den Namen Papiergeld verdient,als ausgeschlossen betrachtet werden. Papiergeld mitZwangskurs, d. h. solches, welches nicht gegen Vorzeigungan gewissen dazu bestimmten Kassen einlösbar ist, ist überallein falsches und gefährliches Element, welches zersetzendund zerstörend aus das Geldwesen einwirkt. Dagegen habendie Erfahrungen der letzten fünfzig Jahre reichlich darüberbelehrt, daß bei richtiger Behandlung der Notenbanken dieoben erwähnte Grundbedingung der Einlösbarkeit derGeldzeichen gegen Edellmetall sich in zuverlässiger Weiseerfüllen läßt.
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