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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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Silbergeld in den Verkehr zu bringen. In Amerika , woinfolge der bekannten gesetzlichen Maßregeln das Silberam meisten und fortwährend in den öffentlichenSchatzkammern anschwillt, hat man die absonderlichstenKünste angewandt, nm es in die Kanäle des Verkehrshineinzutreiben, beispielsweise hat man es von den Mittel-punkten der Republik auf Vcrlaugeu in die entferntestenRegionen derselben kostenlos mit den Eisenbahnen befördert iaber alles vergebens! Immer kehrte es an den Ausgangs-punkt zurück, und die Summe des im Umlaufe befindlichenSilbers blieb stets auf dasselbe bescheidene Maß beschränkt.Die gleichen Erfahrungeu machte die Bank von Frankreich ,welche sowohl durch ihre Zweigaustalten wie durch die Pro-vinzialkassen der Verwaltung jahrelang versuchte, die Fünf-frankenstücke in größeren Umlauf zu bringen; und trotzdemdaß diese xiöoe 6s sous, wie das Fünsfraukcnstück nochheute im Volksmunde heißt, ein so altbeliebtes Geldstück warund ist, hat es auch da nicht gelingen können, über ein.gewisses beschränktes Maximum hinauszukommen. Aehnlichist es in Deutschland gegangen. Regierung, Bank, Postuud Eisenbahnen haben sich jahrelang bemüht, den im Jahre1879 übrig gebliebenen Rest von Silberthalern in Umlaufzu bringen; aber auch hier kehrt dasjenige, was der Ver-kehr nicht freiwillig für seine Bedürfnisse erheischt, immerwieder zum Ausgangspuukt zurück. Mit kleineu Schwank-ungen zeigen die Kassenansweise aller öffentlichen Anstalteneinerseits, sowie der Vorrat der Neichsbank andrerseits jahr-aus, jahrein den gleichen Vorrat an Thalern. In der Banknimmt er nicht ab,") und in den Adern des Verkehrs

5) Nur in dem, was gemäß dem Abkommen mit Oesterreich anThalern österreichischen Gepräges in Wegfall gekommen und wasdurch Umprägung in Scheidemünze verwendet wird, kommt eineVerminderung zu Stande.