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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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Anstalten derselben befinden, verwenden. Auch sieht manweder, wie noch vor Jahrzehnten, in den Städten dieKassenboten mit großen Silbersäcken auf der Schulterumhergehen, noch ans dem Lande die Handelsleute mitLedergurteu, sogenannten Geldkatzen, die mit Silber angefülltsind, über die Heerstraßen wandern.Allg-meine und Der wahre und mächtigste Gegner der Doppelwährung^r°den V"/'°n°" ^ ^ Geschmack und Gebrauch des Publikums, gegen dendes Goldes, kein Gesetz und kein Zwang aufkommen kann. Insofernist sogar etwas Wahres an der Behauptung der Silber-freunde, daß an der Wertverminderung des Silbers nichtausschließlich die ungeheure Vermehrung der Produktionschuld sei. Gewiß hat diese stark dazu beigetragen' aber dieWirkung ist dadurch erst entscheidend geworden, daß dieungeheure Vermehrung des Angebots zusammentraf mit derVerminderung der Nachfrage, d. h. mit der Abneigung desPublikums, sich der Silbermünzen zu bedienen. Umgekehrtist es mit dein Golde gegangen. Als am Anfang derfünfziger Jahre die kalifornischen und australischen Goldfundeeinen starken Zustrom zur Folge hatten, erhoben sich be-kanntlich auch in sachverständigen Kreisen Befürchtungen,daß das Gold eine große Wertverminderung erfahren werde.Aber die Thatsachen haben diese Annahme nach kurzer Zeitwiderlegt. Das Gold verlor im Augenblick des stärkstenZudranges gegen Silber nur wenige Prozente. Das kameben daher, daß es willig vom Publikum aufgenommenwurde. Man ließ sich gern gefallen, an Stelle des Silbersmit Gold umzugehen, und bald war das vollkommeneGleichheitsverhältnis früherer Zeit wieder hergestellt. Ausdiesen Jahren des reichen Zuflusses von Gold, dem amAnfang der sechziger Jahre ein vorübergehender Abfluß vonSilber nach Indien zu Hilfe kam, daüert die Gewöhnungdes Verkehrs an die Goldmünzen.