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Die Staaten mit gesundem Kredit, welche den Zu- u»°ig-ntlich- hin-stand der hinkenden Währung bis jetzt beibehalten haben/°"^^°sorgen daher dafür, daß in Wirklichkeit die großen Silber-münzen bei Zahlungen nicht aufgedrängt werden, viel-mehr In- und Ausland sich darauf verlassen, daß ihreForderungen iu vollwertigem Golde einkassiert werdenkönnen. So wird die Sache namentlich in Frankreich , auchin dem nicht zum lateinischen Münzbunde gehörigen Hol-land und ganz besonders in Deutschland gehandhabt.Das was man überhaupt den Zustand der hinkendenWährung nennt, wie er hier beschrieben ist, entspricht derwirklichen Zusammensetzung des deutschen Geldumlaufesso wenig, daß man die Bezeichnung kaum noch auf unsereVerhältnisse anwenden kann. — Seitdem im Jahre 1879auf Grund eines oft gerügten Irrtums das Einschmelzenund Verkaufen von Thalern im Widerspruch mit derausdrücklichen Vorschrift des Gesetzes eingestellt worden,hat man auf Grund von Berechnungen, an derenRichtigkeit nicht zu zweifeln ist, den in Deutschland nochvorhandenen Betrag von Thalern auf ^ungefähr 400Millionen Mark geschätzt. Von diesen Thalern befindensich bekanntlich viele in den Händen des Publikums,wo sie ebenso wie die Ein- und Zweimarkstücke alsScheidemünze und Taschengeld gebraucht werden undkein ungesundes Element des Umlaufs bilden. Der Restdessen, was nicht auf diese Weise täglich umläuft, liegt inden Kellern der Reichsbank, und wie hoch dieser Betragist, wird bekanntlich geheim gehalten. Wenn auch nichtgenau, so weiß man jedoch annähernd, wie hoch er sichäußersten Falls berechnen mag, und nimmt allgemein an,daß er allmählich zu einem innerhalb gewisser Grenzenschwankenden Maximum sich festgesetzt hat, welches aufetwa 250 Mill. Mark geschätzt wurde, ehe durch die in?