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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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vorigen Jahre abgeschlossene Uebereinkuuft mit Oesterreichdie in diesem Maximum mit einbegriffenen Thaler öster-reichischen Gepräges zur Einschmelzung verurteilt wurden.Da die Gesamtheit dieser österreichischen Thaler, welchenoch in Deutschland vorhanden sein können, mit annähern-der Gewißheit auf beiläufig 78 Mill. Mark geschätzt wird,so vermiudert sich infolge dieses Vertrags der Gesamt-vvrrat an solchem unterfertigen groben Silbergeld umdie bezeichnete Summe, und nachdem dann 26 Mill. Markin Thalern an Oesterreich abgeliefert worden sind und dasUebrige spätestens im Frühjahr 1894 außer Verkehr zusetzen ist, wird nicht nur die Gesamtzahl an solchen unter-wertigem Vollgeld im deutschen Umlauf um den ent-sprechenden Betrag vermindert sein, sondern es wird auchder Vorrat an Silberthalern in den Kellern der Reichs-bauk nm den gauzen Betrag abnehmen, denn an Stelledesjenigen Teils österreichischer Thaler, der bis jetzt imPublikum nmlief, wird sie Thaler deutscheu Gepräges inden Kleinverkehr bringen können. Daher kann manmit Sicherheit aunehmeu, daß nach Vollziehung der ge-schilderten Operation der Silberthaler-Vorrat der Reichs-bank stark hinter 200 Mill. Mark zurückbleiben wird.Wenn nun feststeht, daß durchschnittlich im vorigen Jahreder Metallbestand der Reichsbank 942 Millionen betrug,und daß dieses Metall, abgesehen von den Thalern, ausGoldmünzen und Goldbarren und eineni klemm Teil vonReichsscheidemünze, die für den Verkehr bereit gehaltenwerden muß, zusammeugesetzt ist; daß außerdem zu diesemBaukvvrrat durchschnittlich noch etwa 10 Millionen Markanderer deutscher Bauknoten gehören, zu dereu Einlösung inGold die betreffenden Banken reichlich mit diesem Metallversehen sind, so ergiebt sich darans, daß die Reichsbankim vollsten Maße mit einem Metallschatze versehen ist, der