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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
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sie nach allen Grundsätzen der Lehre und der Erfahrungbefähigt, ihre Schulden durchaus in vollwertiger Goldmünzezu bezahlen. Auch wenn die Silberthaler, welche Heuerin der Bank liegen, gänzlich ohne Ersatz aus den Kellernverschwänden und nur das vorhandene Gold zur Deckungder Noten und Schulden der Reichsbank übrig bliebe,würde dieselbe noch reichliche Sicherheit dafür bieten, daßsie allen Ansprüchen eines gesunden Noten- uud Geld-wesens entspräche. Endlich sei anch noch erwähnt,daß von Zeit zu Zeit von den vorhandenen Thalernnach Verfügung des Bundesrats etliche Millionen eiu-geschmolzen und zu Neichsscheidemünzen verwendet werden,da von letzteren bis jetzt nicht so viel ausgeprägt ist,als das Gesetz im Verhältnis zur Bevölkerungszahlauszubringen ermächtigt. Wenn daher gesagt wird, daßDeutschland zu den Ländern mit hinkender Währuuggehöre, so kaun man das zwar nach dem Wortlautnicht bestreiten, aber thatsächlich verdient unser Zustaudkaum mehr diese Bezeichnung, welche ihm die Gegner, umunsere Münzreform herabzuwürdigen, auzuhäugeu bemühtbleiben. Ganz mit Recht hat daher der Vertreter desdeutschen Reichs auf der letzten Brüsseler Münzkonferenzsich gegeu die Behauptung verwahrt, daß die deutsche Reichs-bank daran denke, unter Umständen nicht mit Gold sondernmit Silber zu zahlen, wie einer der Hauptverteidiger derDoppelwährung ihr nachgesagt habe. Die Reichsbank hateben nicht nur den guten Willen sondern auch deu genügendenVorrat, um die Goldwährung zu einer praktischen vollenWahrheit zu machen, und darum paßt nur zum Scheinnoch auf Deutschland die Bezeichnung eines Landes mithinkender Währung.

Im Gegensatze zu Deutschland befinden sich Holland ^«^ch^und die Länder des lateinischen Mnnzbundes in einem H^-md und