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auch den Kredit der Reichsbank in Anspruch nehmen, aberohne die Zahlungsfähigkeit derselben mit Verletzung derfür die Notenausgabe bestehenden Grundsätze zu gefährden.Das Geld des Juliusturmes würde je nach Umständenin den Bankschatz fließen uud der Staat dafür einen gleich-wertigen oder auch höheren Betrag vollwertiger und ver-trauenswürdiger Banknoten erhalten. Anders könnte dieSache auch nicht sein, wenn Deutschland statt Gold- Silber-oder Doppelwährung hätte, und so fällt dieses Argumentwie alle anderen, welche gegen die bestehende Münzordnnngins Feld geführt werden, gänzlich zusammen. Der Vor-schlag aber, schon jetzt die korrekte Goldwährung zu be-seitigen und durch die in keinem europäischen Lande mehrbestehende Silberwährung zu ersetzen, weil man glaubt,solches Silber werde im Kriegsfalle weniger fehlen, kommtgenau auf den Entschluß jenes Mannes hinaus, der ausFurcht zu ertrinken ins Wasser sprang. Die bimetallistischeDarstellung dieser Sache ist aber charakteristisch für diegcsanite falsche Auffassung, von der diese Bestrebungen aus-gehen. Sie denken sich die Möglichkeit der Schaffung einesGeldzustandes, welcher jahraus, jahrein mit mehr wirtschaftetals nöüg ist, und dies ist, wie oben gezeigt, ganz besondersbei den Umlaufsmitteln eiu Widersiuu. Daß das Nötigein Deutschland vorhanden ist, bedarf keines Nachweises.Sowohl die Zahlen als die thatsächlichen Zustände gebenden unwidersprechlichen Beleg dafür. Wie schon oben er-wähnt, könnten die vorhandenen Bankvorräte dazu dieneu,um einen viel größern Betrag von Geldmitteln in Formvon Banknoten zu decken, als jetzt ausgegeben sind, wennder Verkehr ein Bedürfnis danach hätte. Auch empfindetnirgends der Verkehr eiu Bedürfnis nach barem Gelde, daser nicht augenblicklich befriedigen könnte, und dies mußauch so sein, weil das gemünzte Geld und das dasselbe er-