— 61 —
unter der deutschen Goldwährung leide; und zwar ist diesgerade diejenige Art der Ueberredung, von der am meisten !^Gebrauch gemacht wird. Man sagt nämlich dem deutschen „°Landwirt, die Länder mit Silbergeld, welches so viel wenigerwert sei als Gold, könnten deshalb ihn bequem unterbieten,iveil die Herstellungspreise der landwirtschaftlichen Erzeug- "nisse sich in jenen Silberländern nicht verändert hätten, d.obgleich der Marktpreis des Silbers in Europa so stark ^gesunken sei. Damit bekräftigt man doch das Ergebnis der <«Beobachtung, zu welcher wir oben gekommen sind. Denn pmit anderen Worten sagt man, der Preis der Arbeit seiin jenen Silberländern nicht gestiegen, obwohl das Geldan Wert so viel verloren habe. Es ist doch wesentlich derLohn, welcher in den dabei in Betracht gekommenen Ländernals zurückgeblieben gegen die Länder mit Gold-zahlung hier ausschlaggebend sein müßte. Denn vomSteigen oder Fallen des Grund und Bodens in den Länderndes minderwertigen Geldes (Indien und Rußland ) hörenwir bei dieser ganzen Beweisführung nicht reden, und dazum Ueberfluß auch immer angeführt wird, — ob mit Rechtoder Unrecht, bleibe dahingestellt, — daß die Güterpreise inDeutschland zurückgegangen seien, so kann derjenige Teilder Preisbildung, welcher aus Grund und Boden abge-leitet wird, hier nicht mitspielen: es blieben also nur dieLöhue als das Entscheidende zurück. Wenn demnach hiervon den Anhängern des Silbers als ausgemacht ange-nommen wird, daß mit dem Niedergang desselben die Arbeits-löhne nicht gestiegen seien da, wo mit Silber bezahlt wird,so liefern sie damit selbst den Beweis, daß die Arbeitslöhneam längsten unverändert bleiben, wenn der Geldwert sinkt,daß also die Masse der Lohnarbeiter und namentlich derländlichen am meisten geschädigt wird, wenn der Geldwertsich verringert.