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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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befriedigen könnte, wenn also noch die Produkte andererLänder von diesem Bedarf in Anspruch genommen werdenmüßten, so könnten dieselben doch nnr dadurch heran-gezogen werden, daß man den Preis dieser anderen Länderzahlte, wie er sich aus den Herstellungsbedingungen nndeigenen Landespreisen derselben herausstellte; soust würden sienicht im Staude seiu uud gewiß nicht auf die Dauer im Standesein, ihre Produtte abzugeben. Wenn das Bedürfnis nacheiner Ware derart wächst, daß die Versorgung mit derselben sichnach weiteren Hilfsquellen umseheu muß, so geschieht diesganz natürlich dadurch, daß man sich entschließt, sich auch ausolche Abgeber zu weudcn, welche sich mit den Preisen desanl wohlfeilsten liefernden Landes nicht begnügen können. DerGang der ganzen Kultur geht dahin, daß bei zunehmendemBedürfnis nach einer Ware nicht diejenigen Produzenten,welche das Mehr liefern, mit den Preisen sich begnügenmüssen, welche für das Weniger galten, sondern daß die,welche im Stande waren, zn niedrigeren Bedingungen zuliefern, durch das Heranziehen der teuereren Ware höherePreise erzielen. Um bei dem Gegenstande unserer obigenBetrachtung zu bleiben! wenn beispielsweise heute durchEiuführung der freien Silberprägung in der ganzen Weltdenkbarerweise eiue große Nachfrage nach Silber entstündennd dadurch die Preise des Silbers stiegen, so würde dochoffenbar manches Silberbergwerk in seinem Betrieb aus-gedehnt oder in Angriff genommen werden, dem die bis-herigen Silberpreise nicht genügt hatten, und diejenigenBergwerke, welche bis jetzt so billig arbeiten konnten, daßdie niederen Preise ihnen lohnten, würden ihren Gewinnvermehren. Ganz ebenso muß es sich verhalten, wenn dieAusfuhr des wohlfeilen Weizen produzierenden Indiensnicht für die Sättigung Europas genügt, sondern die höherenWeizeirpreise des nach Gold rechnenden Amerikas heran-