Münzbundes von 1865 entfernt nicht die großen Schwank-ungen zwischen beiden Metallen zu Tage getreten sind,welche die Neuzeit erlebt hat. Bekanntlich weisen die Jahr-tausende, deren Geschichte wir in Sachen der Edelmetalleund des Geldes kennen, in ihrer Gesamtheit nichts auf,was um annähernd dem rapiden und starken Abrücken desSilberpreises von seinem früheren Goldpreise gliche wie diein den letzten zwanzig Jahren zu Tage getretene Erscheinung.Im ganzen vorigen Jahrhundert entwickelte sich das Ver-hältnis ohne namhafte Schwankungen") zu demjenigen,welches ini vorletzten Jahrzehnt desselben als das unbestrittenhenschende von der Gesetzgebung anerkannt wnrde, unddoch gab es damals weder eine Vorschrift für die freiePrägung noch viel weniger einen Münzbund der lateini-schen Staaten, der die Zahlenverhältnisse festgelegt hätte.In der berühmten Denkschrift vom Jahre 1787, welche derMinister Calonne an Ludwig XVI. richtete, und worin erdie Münzreform von 1785 verteidigte, legte er als Motivzu Grunde, nachzuweisen, daß die umlaufenden Münzenihrem Gehalte nach nicht dem herrschenden Weltmarktpreiseentsprächen, und gründete seinen Vorschlag für die Neu-regelung eben nach demselben Verhältnis von 15 V^- zu 1einzig und allein auf die richtige Erwägung, daß dadurchder Feingehalt des Goldes mit dem Weltmarktpreis derEdelmetalle in Uebereinstimmung gebracht werde,"") Ganzdieselben Gesichtspunkte werden anch von den Teilnehmernan den späteren Beratungen über diese Materie in derersten Republik in den Vordergrund geschoben, und, wieschon erwähnt, waren gerade die letzteren darüber so wenigim Unklaren, daß sie dem Gesetzgeber vorbehielten, bei
5) Von 1:141/2 bis 1: 151/2-
**) Mit einer auf das Festhalten des Goldes berechneten Vasts,