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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
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künftigen Verschiebungen den Goldmünzen einen anderenFeingehalt zu geben. Ebenso wie Jahrhunderte lang dasVerhältnis von Silber zn Gold in viel geringerem Maßeschwankte als in den letzten zwanzig Jahren, obwohl es keineSpur von internationaler Doppelwährung gab, ebensowenigwurde eine solche im Stande sein, das Verhältnis festzuhalten,wenn die Ursachen, welche bestimmend auf die Preisbildungwirken, zu audereu Preisen führten, als das Gesetz sie vor-schreibt. Die Erfahrung der Jahrtausende hat bewiesen,daß iu keiner Sache mit Gesetz oder Gewalt weniger durch-zusetzen ist als in Sachen des Vertrauens zum Gelde.V-rg-blichk°it Wir haben oben gezeigt, daß die westlichen Kultur-eller Versuche, d-u^x^. sich nicht mehr des Silbers zu anderen als Neben-

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I uch zu heben, zwecken im Geldverkehr bedienen wollen, und daß das Zn-sammentreffen dieser Abneigung gerade mit einer seit denletzten Jahrzehnten verdreifachten Silberproduktion denNiedergang des Silber-preises in der natürlichsten Weisevon der Welt erklärt. Dieser unvermeidlichen Wirkungdurch gesetzliche Vorschriften, sei es eines einzigen, sei esmehrerer verbündeter Länder, entgegenzuwirken, wäre ver-geblich. Welche Anstrengungen haben nicht die VereinigtenStaaten gemacht, um durch noch viel kräftigere Mittel alseinfache Gesetzesvorschriften den Preis des Silbers hoch zuhalten oder wieder in die Höhe zu bringen. Die VereinigtenStaaten mit ihren sechzig Millionen Einwohnern und ihremenormen Reichtum stellen eine Kraft dar, die größer ist als dieder vereinigten Länder des lateinischen Münzbundes. Gehtauch die Einwohnerzahl der verbündeten lateinischen Staatenüber die Nordamerikas hiuaus, so ist die ökonomische Kraftdes letzteren eine ungleich höhere, und es hat nicht durch einGesetz über die Prägefreiheit, sondern durch das viel wirksamereingreifende Aufkaufen Hunderter von Millionen Silber denPreis zu halten gesucht, ohne mehr als in den Momenten

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