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der höchsten Einwirkung nur auf eine kurze Spanne Zeitden tiefsten Preissturz verhindern zu können. Wie kannman da behaupten, daß der lateinische Bund, wenn ernicht 1878 die Silberprägungen eingestellt hätte, das Wunderverrichtet haben würde, an welchem sich das krafstrotzendeAmerika vergeblich versucht hat?
Das Wunderbarste an der ganzen Sache liegt neben-Das MM-h--werbei darin für Deutschland , daß die Verteidiger der bestehen- R°g°im,g derden Goldwährung von deren Gegnern angeklagt werden, ^'äus°wter"^die Vertreter kosmopolitischer Geldinteressen zu sein, während nationalem W-g^doch gerade von den Anhängern der Doppelwährung die la?ein>?che »und.!Grundpfeiler ihres Systems auf den Unterbau internatio-naler Vereinbarungen gesetzt werden. Wie oft hört mannicht aus demselben agrarischen Lager, welches an dieWirkung des Völkerbundes appelliert, die gehässigsten An-spielungen auf die sogenannte goldene Internationale.Wenn aber schon von einer Internationale die Rede seinsoll, so muß es doch die seiu, welche ausdrücklich auf diesemWege den Silberpreis künstlich erhöhen will, während dieVerteidiger unserer Währung einzig und allein sich auf denBoden einer nationalen Verfassung für das Münzwesenstellen und dasselbe sür so wichtig erklären, daß sie es denZufällen und Gefahren von völkerrechtlichen Verträgen,gegen deren Bruch es kein Gericht giebt, nicht preisgebenwollen. Der ehemalige preußische Finanzminister von Scholzhat einmal im deutschen Reichstag den Anhängern derinternationalen Doppelwährung entgegengerufen, daß dieVerkettung des eigenen Münzwesens mit dem Schicksal uudBelieben fremder Staaten an Landesverrat grenzen würde,und es liegt keine Uebertreibung in diesen Worten. Werdie Geschichte des lateinischen Münzbnndes kennt,") weiß, zu
Siehe mein Buch: „Die Schicksale des lateinische Münz-bundes." 1885.