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Die Stichworte der Silberleute / Ludwig Bamberger
Entstehung
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welchen Schwierigkeiten er geführt, welche Mißbräuche undVerletzungen er hat dulden müssen, und daß der größteund reichste dieser Staaten, Frankreich , heute nimmeinnehreinen solchen Vertrag schließen würde, wenn die Sache nocheinmal zu thuu wäre. Nur die Verlegenheit, die bei derAuflösung entstehen würde, hält die betreffenden Staatenzusammen. Dies geht ja auch deutlich daraus hervor, daßnach deni letzten im Jahre 1885 geschlossenen Abkommender Vertrag nur auf fünf Jahre erneuert und von da anauf jährliche Kündigung gesetzt wurde, also thatsächlich einprovisorischer Zustand, der jeden Augenblick aufgehobenwerden kann, als Grundlage für eine so wichtige Institu-tion wie die Münzgesetzgebung. In der That vegetiert derBund nur fort, weil er jegliche Bedeutung verloren hat.Wenn die einzelnen daran beteiligten Staaten einen defini-tiven Entschluß fassen könnten, wie sie ihr Münzwesen zuordnen haben, so würden sie unbedenklich ihr Verhältniskündigen und damit den Bund aus der Welt schaffen.Nur weil es ihnen selbst so schwer wird, eine Reformdurchzuführen, hindert sie der Fortbestand dieses Schatten-wesens nicht.

Verkehrtheit des Gegen den Einwurf der Unsicherheit, welche dadurchgeschaffen würde, daß das Geldwesen eines Landes auf

nationaler Münz -» " " ' » > !

Verträge mit die Voraussetzung der Dauerhaftigkeit eines internationalenv^ag-n'u^l Verrwges begründet werde, kommen die Verteidiger des-' selben in der Regel mit der Betrachtung auf, daß der-gleichen Verträge doch auch zu anderen Zwecken bestündenund niemand darin einen Grnnd zur Beunruhigung fünde.Als solche Beispiele hört man dann den internationalenPostvertrag, Verträge über Zolltarife, Marken- und Patent-schutz u. dgl. anführen. Aber wenn je ein Vergleich ge-hinkt hat, so ist es hier der Fall. Ganz abgesehen davon,daß der Reiz, einen der Verträge letzterer Art zu brechen,