ein viel geringerer ist, als in einer so wichtigen Sache wiedas Geldwesen, so kommt hauptsächlich in Betracht, daß dieGefahr des Bruches selbst eine viel geringere ist. Nehme»wir den Wellnostvertrag. Es sind kaum Interessen denk-bar, welche auch bei Berfeindung einer Nation mit deranderen, sie antreiben könnten, diese Stipulicrungen überPosttaxen u. dgl. zu verletzen, und wenn es geschähe, sowäre das Unglück nicht groß. Etwas ernster steht dieSache schon bei Handelsverträgen, aber doch lange nichtso ernst ivie bei dem Gegenstand, der uns hier beschäftigt.Vorausgesetzt, ein Schaden ans der Doppelwährung würdenur dadurch vermieden, daß eine Gesamtheit von Staatensich auf gleiche Weise zu ihr verpflichtete, daß aber ausirgend einem Grunde bei Ausbruch von Feindseligkeiten,oder sogar auch ohne diese, einer der contrahierenden Staatensich versucht fühlte, den Vertrag zu brechen, so würden dienachteiligen Wirkungen sofort verheerend auf alle auderuzurückfallen. Wenn wir Massen von Silber angezogenhätten, darauf zählend, daß dasselbe im festen Verhältnisvon 1- 15V» durch den Vertrag erhalten würde, so säßenivir beim Brnch des Vertrages sofort mit einem ins Un-berechenbare entwerteten Silbervorrat da. Bei Handels-oder Postverträgen sind für den Fall eines Bruches solcheKatastrophen nicht entfernt in Sicht. In gewissein Maßehat sogar die Erfahrung schon gezeigt, daß unfreiwilligsolcher Vertragsbruch eingetreten nnd der Schaden sür dieMitbeteiligten nicht ausgeblieben ist. Als der lateinischeBund geschlossen wnrde, kam man überein, daß Silber-und Goldmünzen in gewisser Form geprägt werden sollten,und stillschweigend war damit gesagt, daß anderes Geldüberhaupt nicht existieren sollte. Italien aber kam durchseine Finanzverlegenheit dahin, Massen von Papierzeichenzu schaffen, welche nicht bloß das Gold sondern anch das
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